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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 JJBR im Gespräch mit...
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

04.05.2008 14:00
Randy Hansen am 02.05.2008 in Dortmund antworten
Interview mit Randy Hansen

Am 02.05.2008 hatten Peter und ich Gelegenheit zu einem Gespräch mit Randy Hansen.

Einige interessante Informationen tretengleich zu Beginn des Gesprächs ans Tageslicht:
„Meine familiären Wurzeln liegen in Siegen, mein richtiger Name war Sieger, der wurde wegen Unaussprechlichkeit in den USA einfach übersetzt mit «Victor», durch meinen Stiefvater kam ich dann zum Namen «Hansen».“

Gibt es Unterschiede zwischen dem amerikanischen und europäischen Publikum?
„Es gibt schon Unterschiede gibt zwischen dem amerikanischen und europäischen Publikum. In USA verfolgen die Leute Konzerte nicht so konzentriert wie in Europa, man braucht immer ein paar Gimmicks, um sie bei Laune zu halten, deshalb nutze ich alle Tricks of Trade, um die Aufmerksamkeit des Publikums wach zu halten.“

Dass er die drauf hat, können wir später während seines Konzerts bewundern.


Randy Hansen spielt eine Linkshändergitarre, die er einfach umgedreht hat. Den Grund erklärt er uns, was uns (beide Gitarristen) etwas verblüfft, weil wir noch nie darüber nachgedacht haben:
Jimi Hendrix war eigentlich Rechts- und nicht, wie viele vermuten, Linkshänder. Es gibt Fotos von ihm, da schreibt er mit der rechten Hand. Beim Gitarrenspiel ist die die linke Hand die Geforderte, was das Greifen der Saiten angeht, verantwortlich für all die Läufe. Aber die linke Hand ist beim Rechtshänder die eigentlich Unterentwickelte. So hat Jimi einfach die Gitarre umgedreht, um sie mit der rechten Hand zu greifen und so besser spielen zu können. Und ich bin halt Linkshänder, da geht es eben umgekehrt.“

Equipment?
„Ich nutze so ziemlich dasselbe Equipment wie Jimi, bis auf einen Digital Delay, ein digitales Hallgerät, so was gab es zu Jimis Zeiten noch nicht. Der musste noch mit einem Echoplexer arbeiten.“

Siehst du dich als Rockgitarrist?
„Ich bin so eine Art Staubsauger, der hier und da etwas aufliest, in sich aufsaugt, was interessant ist, was ich gebrauchen kann. Einen Lick von Eddie van Halen oder etwas von John McLaughlin. Ein wenig von Jeff Beck, Richie Blackmore und anderen Leuten, die ich für ihr Spiel respektiere. Mit dem Blues hatte ich anfänglich nicht viel zu tun, aber durch Hören von Leuten wie Jimi Hendrix oder Jeff Beck ist mir der Blues nahe gebracht worden. Und eben diese Leute hatten das angenommen, was Leute wie Howling Wolf vorgaben. Und mittlerweile liebe ich den Blues. Man kann halt sehen, wer etwas von wem übernommen hat. So hat Jimi eine ganze Menge von Albert King übernommen. Den habe ich sogar persönlich kennen gelernt. Genau wie Albert Collins. Beides sind große Einflüsse für mich in Sachen Blues.
Stevie Ray Vaughan war ein guter Freund von mir, wir haben viele Shows gemeinsam bestritten und sind uns immer wieder begegnet. Wir haben uns immer über Jimi unterhalten. Es war offensichtlich, Stevie stand auf Jimi’s Musik.
Manchmal kommt man gar nicht dahinter, was Jimi so in eine Gitarrenphrase reingepresst hat, so viele kurze Töne, dann muss man wieder zurückspulen und verlangsamt es abspielen, um die Details zu erkennen.“


Ein Gedanke, den Randy ausspricht, lässt mir seitdem keine Ruhe mehr:
„Vielleicht war Jimi ja Gott, der uns eine Weile auf der Erde besucht hat. Er hat so viele warnende Botschaften in seinen Songs. Für so viel Weisheit war er eigentlich noch zu jung. Seine Art, Dinge zu betrachten, seine Einstellung zu Krieg. Er war Lichtjahre seiner Zeit voraus:

Wenn man sich den Maya Kalender ansieht, da gibt es das magische Jahr 2013. Schaut euch die Verschiebung der Erdachse an, und damit die Verschiebung der Erdrotation, irgendwann stehen wir vielleicht alle am Nordpol, ohne zu wissen warum, alles, was nicht fest genagelt ist, fliegt weg, versucht euch am Klavier festzuhalten!

Mit Frank Marino habe ich eine ganze Nacht bis sechs Uhr in einer Bar gesessen, ohne etwas zu trinken, und über dieses Phänomen gesprochen. Vielleicht war Jimi ein Prophet, wer weiß das schon? Jetzt hoffe ich, dass das mit dem Maya Kalender, so eine Sache bleibt, die kommt und geht und nichts Gravierendes passiert, erleichtert werde ich erst sein, wenn 2013 da ist und nichts passiert ist.
Ein Grund, warum ich Jimi’s Musik spiele, sind eben all diese Botschaften, vorher war ich nur ein großer Fan. Und ich habe lange nicht gewusst, warum ich seine Musik spielen sollte. Aber jemand sollte es tun und das alles weiter reichen, also warum nicht ich? Vergiss mal einen Moment die Musik und konzentriere dich auf die Kraft, die sie ausstrahlt. Sie richtet dich auf. Selbst Leute, die in ihrem Leben keinen Sinn mehr sahen und eben diesem Leben ein Ende bereiten wollten, waren froh, diese Musik und diese Kraft, die von ihr ausgeht zu spüren und sie zu erleben. Sie sagen: «Toll, dass ich das noch erleben durfte!»

Musik ist eine ernsthafte Sache, nicht, wie man zunächst glaubt, einfach nur Spaß. Höre sie dir genau an und du wirst Warnungen darin finden, dafür stehen zum Beispiel auch die Songs von Bob Dylan. Und gerade Jimi mochte ihn sehr, was viele nicht verstehen konnten. Ja, ausgerechnet diesen nörgelnden, kleinen Typen.“


Dann wird es Zeit, eine gute Viertelstunde ist vorüber, ich denke man hätte noch stundenlang weiter sprechen können, Randy Hansen hat sicher noch eine Menge mehr zu erzählen, vielleicht ein anderes Mal dann.

Wir bedanken uns bei Randy Hansen für ein nettes und sehr aufschlussreiches Gespräch, das uns sicher noch länger in den Köpfen bleiben wird.

Jetzt freuen wir uns auf das Konzert.

Die Fotostrecke von dem Konzert findet ihr hier, einfach klicken

Das gesamte Interview werden wir im Rahmen einer Sondersendung natürlich versehen mit viel passender Musik demnächst ausstrahlen. Bitte dazu die Hinweise beachten.

Tony Joe Gardner
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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel

behindthelegend Offline




Beiträge: 57

21.05.2008 09:32
#2 RE: Randy Hansen am 02.05.2008 in Dortmund antworten
Ddas war interesant. Leider habe ich das Konzert von ihm nicht gesehen aber das Gespräch hier mit ihm war interesant besonders die Unterschiede USA/Europa und das mit der Gitarre. vielleicht gehe ich das nächste mal hin wenn er noch mal in der Gegend ist.
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

14.04.2009 17:23
#3 RE: Randy Hansen am 02.05.2008 in Dortmund antworten

Hier eine Bezugsquelle für CDs von Randy Hansen:




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Tony Joe Gardner
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