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Dieses Thema hat 4 Antworten
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 Konzertberichte
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

13.04.2008 01:20
Bernard Allison, 11.04.2008, Scala in Leverkusen antworten
Die Handynummer von Tourmanager Dave Brown passt, wir, Rosie und ich, bekommen den Interviewtermin schon eine halbe Stunde vorher als geplant. Im „Wohnzimmer“ des Tourbus sitzt ein gut aufgeräumter Bernard Allison und das trotz einiger Reisestrapazen. Die Band ist am Vortag aus den USA nach Frankfurt eingeflogen, dann ging’s weiter nach Casablanca in Marokko, wo sie dann auf dem Jazzablanca Festival aufgetreten sind. Heute, Freitag, ging’s dann wieder zurück nach Deutschland zum offiziellen Start der Europatournee.

Das Interview dauert gut 20 Minuten, soviel sei schon mal verraten: Der Mann hat etwas zu erzählen. Das Interview werden wir in einer Sondersendung präsentieren. Termin wird frühzeitig bekannt gegeben.

So aber nun zum Konzert. Aufgrund der verzögerten Ankunft der Band verschiebt sich deren Auftritt. Der Soundcheck erfolgt kurz und schmerzlos vor Publikum. Und da wird schon einiges klar: Wer in Bernrd Allison's Band auf dieser Bühne ein Instrument in die Hand nimmt, ist jeder für sich ein Meister seines Fachs. Das sind Jasson Wilber am Bass, Rusty Hall am Keyboard, Andrew "Blaze" Thomas an den Drums, neu hinzugekommen sind der Saxophonist und Percussionist Jose James und an der zweiten Gitarre ein junger Deutscher aus Freiburg mit Namen Michael Goldschmidt, der vorher Bernards Gitarren Techniker war.



Das Konzert beginnt mit Jimi Hendrix’s «Voodoo Chile», der fulminante Operner für einen fulminanten Musikabend. In den nächsten knapp zweieinhalb Stunden erleben wir ein Konzert, nein, ein Feuerwerk musikalischer Bandbreite von Blues über Funk zum Soul. von einem Powersextett, dem man den Jetlag absolut nicht anmerkt. Was man ihm jedoch anmerkt, ist, dass es durch und durch Profis sind. Da sitzt alles, jeder Einsatz, jedes Solo, jeder Ton, jeder Trommel- und Beckenschlag. Die Band heizt richtig ein, macht Dampf, macht Druck. Still stehen kann schon bald niemand im zahlreich erschienen Publikum mehr. Und über allem immer wieder BA, der seine Soli locker aus den Finger schüttelt, der seine ausdrucksvolle, mächtige Stimme punktgenau einzusetzen weiß. Viele Titel stammen von der aktuellen CD «Chills & Thrills», so der Titelsong, «Boogie Man», «That’s Why I:m Cryin’» und das unvergleichlich schöne «Serious», hierbei haben es mir die gedoppelten, zweistimmigen Gitarrenpassagen angetan. Toll, klasse, toll. Mit einem Gitarrensolo, dessen Thema sich um «Diving Duck» rankt, verschwindet BA für eine Weile samt Gitarre im Publikum, spielt sich bis in die hintersten Ränge, alles natürlich möglich aufgrund der Funkübertragung des Tonsignals.

Als Zugabe gibt es schließlich noch ein augenzwinkerndes Potpourri aus u.a. dem alten Folksong «Oh, Susannah», dem «Pink Panther Theme» und «Smoke On The Water».

Fazit: Mein Geschmack wurde voll getroffen bei den bluesigen Teilen. Die funkigen Einlagen waren nicht so ganz mein Ding. Aber: Das ist eben Geschmacksache. Und das kann man so stehen lassen. Auf jeden Fall war dies ein großartiges Konzerterlebnis verbunden mit dem Kennenlernen eines wunderbaren Musikers, der tatsächlich mit beiden Füßen auf dem Boden steht und der das Motto seines Vaters Luther Allison hochhält und wirklich lebt:

«Leave your ego, play the music, love the people

Text & Fotos © T. Mentzel

Tony Joe Gardner
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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel

Blue Bayou Offline



Beiträge: 1.115

14.04.2008 21:45
#2 RE: Bernard Allison, 11.04.2008, Scala in Leverkusen antworten
“You'll need to put yourself into what you play.” (Bernard Allison)

Nichts, aber auch wirklich überhaupt nichts ist zu spüren von einer 24-stündigen Reise, von den USA nach Frankfurt, nach Casablanca, zurück nach Frankfurt und dann nach Leverkusen, um zu diesem Konzert im Lichtspielhaus SCALA einzuladen.
Der Auftritt von Bernard Allison und seiner mitreißenden Band vermittelte einem das Gefühl, dass sie noch eine ganze Zeit lang trotz Jetlag hätten weiter spielen können.

Denn Langeweile ist bei diesem Konzert ein Fremdwort - ungebremst sprudelten über zwei Stunden lang die ideenreichen Stücke, beginnend mit einer tollen Version von “Voodoo Chile“, so begeisternd groovy und energiegeladen und noch dazu melodiös und mit technischer Brillanz gespielt, so dass das Publikum sogleich von Null auf Hundert war. Ich auch, ganz klar.
Eine tolle Show und eine exquisite musikalische Kollektion an alten und neuen Songs wurde geboten – ja, und überhaupt, diese Band und ihr Leader agierten perfekt und in harmonischer Einheit, trotz aller ausufernden Improvisationen Bernards und dem zur Verfügung gestellten Freiraum an jedes einzelne Bandmitglied für Soli.

Oh ja, schon gleich zu Beginn des Konzertes wurde nicht mit Beifall gespart und erst recht nicht, als Bernard bei „The Walk“ vom Bühnenrand ins Publikum sprang, hah, direkt neben mich, und mit seiner blauen Cloud-Guitar und im braunen Jogging-Anzug einen Spaziergang durch die Zuhörerschaft unternahm, die begeistert einen Weg frei machte.

Und dann eine wirklich faszinierende Überraschung, die „Talking Guitar“, ein Spezialeffekt, bei dem sich Mund, Hand und Wah-Pedal gleichzeitig bewegen und somit der Eindruck entsteht, als ob die Gitarre mit dem Publikum spricht. Eine tolle Sache.
„Wie macht er das bloß?“ fragte ich mich, „übt er das vor einem Spiegel?“

Ja, und später dann habe ich noch eine Weile mit dem netten jungen Gitarristen im Kapuzenpullover geredet und mit dem barfüßigen Bassman, und alles war schön und gut, und ich war zufrieden mit der Welt und mit allem.

Bild 1 Bernard Allison
Bild 2 Jasson Wilber
Bild 3 Tony (Gardner), Bertram (Route61) und Rosie (Blue Bayou)
Bild 4 Michael Goldschmidt

Copyright Text und Fotos: http://www.roswithageisler.de

Blue Bayou - Rosie
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* Information is not knowledge. - Knowledge is not wisdom.
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(* Frank Zappa )

Angefügte Bilder:
Bernardniedrig.jpg   basser.jpg   tonybertamich.jpg   Gitarristniedrig.jpg  
behindthelegend Offline




Beiträge: 57

16.04.2008 09:05
#3 RE: Bernard Allison, 11.04.2008, Scala in Leverkusen antworten

Auf dem Konzert war ich auch,. besonders geil war dass Schlagzeug Solo, bei dem dem Trommler das Schweisband über die Augen gerutscht ist. Nur Schade, das es für Azubis keinen Rabattpreis beim Eintritt gegeben hat.

route61 Offline



Beiträge: 20

19.04.2008 01:51
#4 RE: Bernard Allison, 11.04.2008, Scala in Leverkusen antworten
Hallo Behindthelegend,

mir hat am besten Bernard Allison gefallen. Vor allem diese Kombination aus Funk und Blues war für mich ein ganz neues Erlebnis. Die "Chills & Thrills" CD gefällt mir von Mal zu Mal besser, je öfter ich sie höre.

Ja, das mit dem Eintrittspreis kann ich verstehen. Ist ja auch nicht gerade billig. Ich selbst habe 25 Euro an der Abendkasse bezahlt, aber ich finde das Geld gut investiert.

Was den Drummer anbelangt, der hat sich das Stirnband absichtlich über die Augen gezogen. Ich fand den auch Klasse.
Der hat vor dem Festival um ca. 18:30 Uhr versucht, Zigaretten zu ziehen. Hatte allerdings keine Karte. Dave, der Tourmanager bot ihm dann welche von den Zigaretten an, die er in Marokko im Duty Free Shop gekauft hatte. Die schmeckten seiner Meinung nach, wie Kameldung. Der Drummer lehnte aber großzügig ab und suchte sich ein Kiosk. Der hatte die wohl schon probiert.

man lebt nur einmal

Angefügte Bilder:
m-IMG_2691.JPG   m-IMG_2719.JPG   m-IMG_2696.JPG  
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

19.04.2008 11:46
#5 RE: Bernard Allison, 11.04.2008, Scala in Leverkusen antworten

Tony Joe Gardner
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