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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 792 mal aufgerufen
 Reviews: Tonträger
Volker (SR) ( gelöscht )
Beiträge:

03.12.2007 18:53
Grand Funk Railroad - Survival antworten

Ob Grand Funk das Prädikat pompös mittelmäßig verdient, wie mancher Kritiker behauptet, vermag ich nicht zu beurteilen. Ich kenne im Grunde nur die frühen Werke der Band, sowie das 83er Album „Whats Funk“; in diesem Fall gebe ich jedoch der Kritik recht. In frühen Tagen hat die Band aber die eine oder andere Perle hervorgebracht, so auch das Album Survival aus dem Jahr 1972. Musikalisch nicht unbedingt dem Blues zuzuordnen, eher dem Heavy Rock. Stimmung, Tempo und Arrangements des Albums werden aber auch den einen oder anderen Bluesliebhaber nicht unbeeindruckt lassen. Abgesehen vom letzten, liegt über jedem Titel des Albums so ein Hauch von Traurigkeit, der das Album für mich in Rufweite des Blues rückt.

Das Eingangs des Albums vorgetragene Country Road lässt schon dieses Gefühl von Weltschmerz aufkommen, das man über das Album hinweg nicht mehr los wird. Ein Mid-Tempo Stück, mit wummerndem Bass und feiner Gitarrenenarbeit. Konsequent verbleibt die Band auch beim zweiten Titel, All You’ve Got Is Money, bei der im ersten angenommen Marschgeschwindigkeit; und ab der dritten Minute dieses Titels kreiert Grand Funk eine Klangkulisse, die ich nur als genial bedrohlich bezeichnen kann – man muss es hören, beschreiben kann man’s nicht. Die „Traurigkeit“ ihres Albums realisierend gaben Grand Funk dem dritten Titel den Namen Comfort Me – tröste mich. Mittig des Titels, ein Gitarrenintermezzo, bei dem man glaubt das Instrument weint. Irgend jemand muss die Jungs dann wohl getröstet haben, denn beim vierten Titel, Feelin’ Allright, fühlen sie sich wieder gut. Dementsprechend wirkt der Titel ab der zweiten Hälfte dann auch recht entspannt und ausgelassen. Der fünfte Titel beginnt mit einem gut eineinhalb minütigen Studiodialog darüber, wer wann was wie zu spielen hat, nennt sich I Want Freedom und wird wunderbar von einer Hammond Orgel eingeleitet. Der sechste Titel I Can Feel Him In The Morning beginnt mit einem PingPong-Stereo Dialog mehrere Kinder und gleitet dann hinüber in eine Ballade. Titel Nummer sieben ist die Coverversion der Stones-Nummer Gimme Shelter. Von den Stones doch recht artig vorgetragen, gibt’s von Grand Funk ordentlich was auf die Ohren. Die Bitte um Schutz wird förmlich in die Welt hinaus gebrüllt. Hier hat die Traurigkeit ihr Ende.

Titel sieben ist eigentlich der Closer des Originalalbums. Der Wiederauflage auf CD hat man dann fünf Bonus Tracks beigepackt. Der erste, I Can’t Get Along With Society, stimmt mich wieder traurig, was aber daran liegt, dass man ihn besser weggelassen hätte. Er ist nicht unbedingt schlecht, macht aber die von den zuvor gehörten Titeln aufgebaute Stimmung völlig kaputt. Bonustrack zwei, Jam (foodstomping Music), ist ein toller Titel – aber auf einer andern CD; auch er stört irgendwie den Gesamteindruck der sich beim Hören der Originaltitel einstellt. Heftig werden die folgenden drei Zugaben, nicht weil Sie schlecht sind, nur habe ich Country Road, All You’ve Got Is Money und Feelin Allright einige Minuten zuvor bereits gehört. Auf die „unedited original version“ bin ich nicht besonders scharf, zumal, sieht man von All You’ve Got Is Money ab, sie sich nicht sehr viel von der Album-Version unterscheiden. All You’ve Got is Money ist in der Album-Version um Klassen besser als in der Bonus-Version.

Mein Fazit: Survival ist ein Highlight meiner Teenagerjahre, und hat auch in den 33 Jahren, seit denen ich es kenne, nichts von seiner Faszination verloren. Die Bonus Tracks hätten nicht sein müssen. Sind nun aber mal da, und werden von dem einen oder anderem, der sich der Beschreibung meines Stimmungsbildes des Albums nicht anschließen mag, vielleicht auch gern genommen.

Line up:
Mark Farner – Guitar, Keyboards, Harmonica, Vocals
Don Brewer – Drums, Vocals
Mel Schacher – Bass

Titel:
01. Country Road
02. All You’ve Got Is Money
03. Comfort Me
04. Feelin’ Allright
05. I want Freedom
06. I Can Feel Him In The Morning
07. Gimme Shelter

Bonus Tracks
08. I Cant’t Get Along With Society (2002 Remix)
09. Jam (Footstompin’ Music)
10. Country Road (unedited original version)
11. All You’ve Got Is Money (unedited original version)
12. Feelin’ Allright (unedited original version)


Laufzeit: 73:14

Homepage: http://www.grandfunkrailroad.com
Hörproben: http://www.3deers.com/?store=Music

Gardner Offline




Beiträge: 2.321

03.12.2008 14:41
#2 RE: weitab vom Blues, uralt und trotzdem gut! Grand Funk Railroad - Survival antworten

Eine Bezugsquelle:


Tony Joe Gardner
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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel


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