Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

zum Radio | JJBR bei MySpace |

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 730 mal aufgerufen
 Konzertberichte
Balou Offline



Beiträge: 3

29.08.2010 18:26
Guy Forsyth am 27.08.10 auf Burg Satzvey antworten

Am Freitag Abend war es endlich wieder so weit. Guy Forsyth gibt sich zum 4. Mal die Ehre auf der Burg Satzvey. 180 Leute sind gekommen, um ihm zu lauschen… und zuzujubeln.

Mitgebracht hat er einen Bassisten und eine Lady (!) an den Drums. Die Lady liefert einen strammen, schnörkellosen, groovenden Rhythmus… zu dem Bassisten komme ich später.

Es ist schwer Guy Forsyth in eine Schublade zu stecken. Der Text der Ankündigung:
„Guy Forsyth variiert den Ur-Blues in allen erdenklichen Arten. Wenn er dazu noch Country, Gospel, typisch texanischen Folk und auch ein bisschen Pop packt, dann wird das Konzert eine richtig zündende Angelegenheit.“
trifft voll ins Schwarze.

Guy Forsyth ist einer der vielseitigsten Musiker, die ich kenne. Er spielt akustische Gitarre, E-Gitarre (mit Slide), Harmonica, Ukelele, Säge (!) und nicht zuletzt seine variantenreiche Stimme. Er schmeichelt, singt wundervolles Duett mit seinem Bassisten und rotzt und röhrt seine Texte dahin – je nach Song und Inhalt.

Der Abend beginnt mit einem a capella gesungenen Worksong im Duett mit seinem Bassisten und stampfendem Rhythmus. Zum ersten Mal stellen sich meine Haare auf dem Unterarm auf. Beim zweiten Song geht es a capella weiter, allerdings kommt die Drummerin hinzu. Dann nimmt er die Harmonika und fetzt abwechselnd mit Stimme und Harmonika seine Texte ins Mikrofon. Das Publikum ist begeistert.

Guys Hauptinstrument ist die akustische Gitarre, mit der er allerdings sehr fetzig und rockig umgeht. Ab und an wechselt er zur elektrischen Gitarre und spielt einen super Slide.

Irgendwann sitzt er mit seiner Ukele in der Hand auf einem Instrumentenkoffer, Der Bassist übernimmt die Basstuba (!) und los geht eine wunderschöne Version von „Hometown Boy“. Und zum ersten Mal in meinem Leben höre ich ein wundervolles Solo mit der Basstuba… und wieder Gänsehaut pur. Hätte mir jemand im Vorfeld erzählt, welch eine wundervolle Kombination die filigrane Ukelele und die mächtige Basstuba sind, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Ungewöhnlicher Höhepunkt des ersten Sets ist seine „gesägte“ Version von „Calico Girl“. Da rotzt er den wundervollen Text dahin und treibt es mit jaulendem Sound, den er mit einem Bogen auf einer Säge erzeugt, auf die Spitze. Na ja… abgesehen von seinem Gesang, kann ich dieser Version von „Summertime“ nicht viel abgewinnen. Meine einziger Negativpunkt, der aber im Rahmen eines phantastischen Konzerts keinen Abbruch tut.

Zwischen seine Songs erzählt Guy immer wieder humorvolle Geschichten zu seinen Songs und scherzt mit seinem BandkollegInnen. Die drei sind heute Abend wirklich gut drauf. Unter anderem meint er, dass die Burg Satzvey seine Lieblingsburg sein, auf der auftrete. „By the way… it’s the only one“, schiebt er schelmisch lächelnd nach. Man merkt, dass sich die Band pudelwohl fühlt.

Nach 1 Stunde und 15 Minuten ist dann das erste Set unter dem Jubel der Zuhörer beendet.

Bemerkenswerter Weise verkauft Guy in der Pause seine CDs und plaudert mit seinen Fans am Bühnenrand. Bei dieser Gelegenheit hat er mir verraten, dass er voraussichtlich im Winter ins Studio geht, um nächstes Jahr eine DVD auf den Markt zu bringen. Da kommt Freude auf.

Nach ca. 30 Minuten geht es weiter. Es wird rockiger und bluesiger, unter anderem mit einem fetzigen „Mojo Boogie“. Dann kommen wieder etwas moderatere Töne mit viel Duettgesang. Das erinnert mich ein wenig an Crosby, Stills und Nash.

Ich kannte die meisten Songs, die er spielte, kann allerdings die wenigsten benennen. Ich erinnere mich an „Calico Girl“, „Hometown Boy“, „Mojo Boogie“, „Mona“, „Good Time Man“, „Tattletale“…
Nach 1 Stunde und knapp 15 Minuten ist dann auch das zweite Set beendet. Natürlich gibt es auch eine Zugabe. Zum letzten Mal gibt es ein wunderschönes Gänsehautstück mit Ukelele und Basstuba. Danach habe ich das Gefühl, jetzt kann nichts mehr kommen. Diese wunderschöne Stimmung kann nur noch zerstört werden. Und so empfinden es wohl auch die anderen ZuhörerInnen. Es gibt noch einmal herzlichen Applaus und ein wundervoller Abend war zu Ende.

Noch ein paar Bemerkungen zur Location: Natürlich liegt die Burg nicht gerade um die Ecke. Trotzdem waren gestern bei ekligem Wetter – die Rückfahrt bei Regen im Dunkeln war wahrlich kein Vergnügen – 180 Leute vor Ort. Ich freue mich riesig, dass die Burg wieder bluesmäßig „bewirtschaftet“ wird. Und das kommende Programm mit „Innes Sibun“ (08.10.), „Bryant`s Redeyeband“ (19.11.) und „Abi Wallenstein Blues Culture“ (10.12) ist mehr als viel versprechend. In der Pause hatte ich die Gelegenheit mit Michael Mudra, dem 1. Vorsitzenden des Veranstalters Eifel Kultur e.V. zu sprechen. Ich habe mich bedankt, dass er wieder Blueskultur in die Eifel bringt. Er meint, es liegt nun an uns Bluesfans, ob das dauerhaft gelingt, indem wir auch hingehen. Der Anfang mit Carl Verheyen, Mark Selby und Guy Forsyth war auf jeden Fall recht vielversprechend.

gutgelaunte bluesige Grüße
Balou

 Sprung  
Xobor Forum Software von Xobor
Einfach ein eigenes Forum erstellen