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am 6.August war es wieder so weit: Jazz und Blues Klänge durchzogen die Meppener Innenstadt. Bei Temperaturen von über 20°C auch nach 20 Uhr war es außerdem eine Heiße Bluesnacht. Ich laß mal die Jazz'er weg, habe ich eh keine Ahnung von. Blues Musik war sowieso in der Überzahl, von 20 Bands waren nur 4 "echte" Jazzer. Auf alle möglichen Lokale, Innen und Außen, waren die Bands auch diesmal verteil und eine auf der Marktplatzbühne (Greyhound aus NL). Angehört habe ich mir bis auf wenige Ausnahmen alle Bluesbands und Duos. Mike Brosnan Duo habe ich mir aus dem Grund nicht angehört weil er beinahe jedes Jahr an gleicher Stelle spielt. Das Horst Bergmeyer Duo hatte gerade Pause als ich eintraf und ich wollte nicht warten bis es wieder los ging. Angefangen habe ich meine abendliche Bluestour bei den Rihm Shots aus Bremen. Frank Rihm und seine Rihm Shots spielen einen ähnlichen Stil wie B.B.& The Blues Shacks. Frank Rihm spielt eine Klasse Mundharmonika und seine Band ist gut eingespielt obwohl erst seit 2008 in dieser Besetzung unterwegs. Auf der Marktplatzbühne gab es die Greyhound Band aus den Niederlanden mit special guest Volker Schäfer (Lokalmatador). Die Niederländer spielen einen gepflegten Chicago Blues. Volker Schäfer habe ich an diesem Abend nicht gehört. Man muss über die Brücke gehen und kommt dann in das Bahnhofsviertel (auch Bermuda Dreieck genannt). Hier sind mehr Kneipen, Cafes und Discos auf einem Hektar als in Soho. Auf kürzester Distanz konnte man sich hier 7 Bands anschauen, was ich dann auch getan habe. Die Hot Shot Blues Band, Working Blues Band, Frank Muschalle & Dirk Engelmeyer, Khalif Wailin Walter, Matt Walsh Band und die Rudi Madsius Band. Am meisten überrascht hat mich die Band: Blues Before Sunrise aus dem westlichen Münsterland. Ralf Nackowitsch-drums, Carsten Hölscher-Baß, Martin Spoerel-Keyboard und die Brüder Ansgar (Harp/Voc) und Thomas (Gitarre) Niemöller spielen die Musikschätze der letzten 50 Jahre, um ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen, in dem die verschiedensten Epochen des Rhythm & Blues zusammen treffen. Dabei ist der Sound immer geprägt von einem respektvollen Umgang mit ihren Vorbildern, wie z. B. T-Bone Walker, Louis Jordan, Little Walter, Albert King und Magic Sam. Eine Klasse Band mit tollem Klangbild von der wir sicher noch einiges um die Ohren bekommen werden.
Khalif Wailin Walter trat im Bootshaus auf und spielte Klasse Chicago Blues, was nicht zuletzt auch an der Besetzung seiner Band lag: Sascha Oeing-Baß, Klaus Schirring-Drums und Mo Furhop-B3.
Noch besser gefiel mir an diesem Abend Matt Walsh und seine exzellente Band. Er ist ein Außnahme Harper und seine Mitmusiker hatte er sich an diesem Abend sehr gut ausgesucht: Christian Bleiming-Keyboard,Ulli Dünnewald-Drums, Erkan Özdemir-Baß und Kai Strauss-Gitarre! Klasse Musik, Klasse Band und etwas neues gab es auch zu erfahren: Die Wege von Kai Strauss und Memo Gonzalez trennen sich am Ende des Jahres. Dann macht Kai Strauss unter eigenem Namen weiter. Nach mehr als 15 Jahren "on the road mit Memo" war ihm nach etwas Neuem, etwas anderes ausprobieren. Wer seine Mitmusiker sein werden wollte er noch nicht bekannt geben und wer sein Nachfolger bei den Bluescasters sein wird war auch nicht zu erfahren.
Die meiste Zeit des Abends (und Nacht) habe ich mir die Rudi Madsius Band angehört. Die Musiker kommen alle aus dem Nürnberger Raum. Rudi hat schon in den 60ern Musik gemacht, seine erste Band hieß damals Soulflower. In den 70ern gründete er Cry Freedom, dann Anfang der 80er seine bisher bekannteste Formation Streetlife. Viele seiner Musiker in der heutigen Band waren auch schon bei Streetlife mit an Bord. Mit 7 Mann ist die Band gut bestückt. 2 Bläser, 2 Gitarren, Baß, Keyboard und Schlagzeug erzeugen einen satten Sound. Rudi's Stimme aber ist es was mich besonders fasziniert. Er kann alles Singen, ihm sind weder die hohen Töne zu Hoch noch der Kellertiefe Bariton fremd. Ob Soul, Blues, Funk, Reggae, Rock, Pop oder Country, Rudi kann es und er spielt es auch. Die Musiker sind allesamt Hochprofessionell, sind gefragte Studiomusiker und spielen auch in anderen Bands. Rudi ist Perfekt wenn er van Morrison singt, er hat die selbe Stimmlage und wenn er Lieder dieses grandiosen Barden anstimmt, vergisst man das hier ein Deutscher Rockmusiker auf der Bühne steht. An diesem Abend habe ich van Morrison, Sam Cooke, Otis Redding, Thin Lizzy und James Brown gehört. Diese Band ist einfach nur KLASSE! Einen Blues schütteln sie gekonnt aus dem Ärmel genau wie einen Sommerhit tauglichen Reggae (Island) der die Tanzfläche sofort auf einen Karibikinsel verlegt. Ich hoffe das ich diese Band bald mal auf einer größeren Bühne wiedersehe. Sein aktuelles Album, you know my name, hat wenig mit Blues zu tun aber ist dennoch sehr hörenswert.
Eintritt wird nirgendwo verlangt! easy Baby
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