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 Konzertberichte
HRVolker Offline




Beiträge: 727

03.04.2010 22:13
Charlie Musselwhite und Band in Duisburg am 01.04.2010 antworten

Das Geschehen:

Christo Redemptor oder Redentor, sucht euch eine Schreibweise aus, sind wohl beide richtig oder nicht, dieser oberamtliche Musselwhitsche Harmonikaklassiker, dieses unvergleichliche Meisterstück - bei dem Titel verwandelte sich die Hautkonsistenz der meisten hier im Duisburger Musiklokal Steinbruch versammelten zu 80er Schleifpapier - beendete einen Bluesmusikalischen Abend der vorzüglichen chromatischen und diatonischen Art ohne Zungenbrecher, den Applaus danach hörte man/frau wohl bis zur nahegelegenen Autobahn 3.

Ein gutgelaunter Charlie Musselwhite betrat zusammen mit seinem legendären Harpkoffer gegen 20 Uhr 30 die Bühne des Steinbruchs, zu seiner rechten Matthew Stubbs an der Gitarre, zu seiner linken June Core am Schlagzeug und Michael Phillips am Bass!

Ich verzichte darauf aufzuzählen, mit und bei wem und überhaupt Mister Musselwhite schon mittönte, auf CDs gebrannt füllen diese Aufnahmen etliche CD Regale und bereichern sie, seit über 50 Jahren ist er dem Blues verfallen und teilt uns das zu unserem Glück auch gerne mit und er spielt und singt einen Ton….., hier 2007 zu hören und zu begreifen im Pfandhaus in Köln, an der Gitarre Richard Bargel:

http://www.youtube.com/watch?v=ALU5g6Qqi08

Just A Feeling!

Diese Mundharmonische Little Walter Komponiergroßtat ist für meinereiner ein Großereignis dieses Auftritts hier und heute, mit einer Harp von seltenst gehörter Klasse, Charlie spielt sowieso für mich in seiner eigenen Liga und ist seit Jahrzehnten im Aufsichtsrat der Harmonikaklassiker an vorderster Stelle zu hören.

Das durchweg sehr schneidende und souldurchtränkte Gitarrenspiel von Matthew Stubbs, der spielt nach dem Steve Marriot und Jimmie Vaughan Motto weniger ist mehr, Stubbs spielt im Stil von Earl Hooker und Lonnie Mack, begleitete u.a. früher Janiva Magness, John Nemeth und Lynwood Slim und brachte bisher 2 CDs unter seinem Namen heraus, dieses passt gerade bei diesem Stück perfekt dazu, die Fendersaiten und die Seydeltöne erzeugen eine lockerspannende Atmosphäre im Saal, alle fühlen sich wohl und Charlie nickt immer wieder während des Auftritts anerkennend seinen Jungs zu!

Wirtford June Core ist der Bluesschlagzeuger hinter dem Saiten – und Zungengeschehen, let`s stick together, er teilte auch schon mit anderen Harpern die Bühnenbretter wie Mark Hummel und R.J.Mischo, Michael Phillips spielte und schob immer wieder den unterfütternden Bass unspektakulär dazu, June und Michael begleiten Charlie seit einiger Zeit und sie machen das immer auf den Punkt, da passt alles und nix dazwischen, das ist der Bluessoundteppich den`s braucht, der Sound meines Vertrauens.

Charlies Harpton ist fett, aber nicht alles einnehmend und unterordnend, sehr intensiv und treffend, sein Gesang raufein und immer leicht schmunzelnd, er erzählt uns, den gebannt Lauschenden noch etliche Bluesgeschichten an diesem Abend, seine Jungs sind ohne Instrumentalakrobatik immer dabei, mal nebenher, mal mittendrin, die haben den Blues ohne Mätzchen.

Wir hören u.a. Roll Your Moneymaker von Shakey Jake, das ist eine rollende Sache und führt uns zu einem der ersten schwarzen RocknRoll Stücke überhaupt und bewegt unsere Ärsche, Matthews Gitarre flirrt und zirpt die Riffs ins Auditorium, Charlie rollt den Text von One bis Ten, Eleven and Twelve, June und Michael rollen mit und alle rollen mal schräg, mal gerade mit, der Spaß im Steinbruch erfasst ausnahmslos das Ganze!

Wir walken auch noch mit ungedrosseltem Tempo mit dem Caddy über den Highway 61, das schwingt und shuffelt und harmoniert ungemein, anschließend wieder was aus dem großen Fundus des Walter Jacobs alias Little Walter, Just Your Fool sorgt mit wieder mal Charlies großartigem Gesang und doller Harp für`s Nachvornerausgehen, die Fender immer feste mit dabei, Schlagzeug immer feste druff und Basswummen natürlich Chicagolike.

Was fehlt noch in meiner Aufarbeitung des Gesehenen und Gehörten, na klar, der Slowblues, der Schlepper, der Gefühlsanzieher, während des ganzen Vortrags mucksten nur die Instrumente und Charlies Gesang intensivierte die Black Night Is Falling, das war einfach geschrieben der Blues, so mutt dat sin, das erfreute mich ungemein, das ist Blues!

Mit meinem schwarzen Twingo ging es kurz nach 23 Uhr durch die Black Night wieder in die Heimat, begleitet von Charlies CD Rough Dried und hieraus spielte der CD Player Feel It In Your Heart, genauso war`s, danke an die, die mir diesen Genuß bescherten!

Volker

Ois is Blues!

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