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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Konzertberichte
BlueSoul Offline



Beiträge: 102

01.02.2010 13:15
Jimmy Bowskill & Wishbone Ash am 31.1. im PULP Duisburg antworten

Nachdem ich im Dezember die CD von Jimmy Bowskill gehört habe, war klar, den muss ich sehen. Also, Ticket für den 31.1. im PULP in Duisburg Wanheim geordert.

Die erste Überraschung ist der Veranstaltungsort. Heute ein Gothic Schloss, früher ein ehemaliger Bahnhof. An einen Bahnhof erinnert aber nichts mehr, lediglich ein gelegentliches Vibrieren des Bodens verrät, dass in der Nähe ein Zug vorbeirauscht. Wir laufen ein wenig durch das alte Gemäuer, bestaunen die Einrichtung und beschließen, ein kleines Mahl vom Grill einzunehmen.

Kurz vor Einlass um 19:00 Uhr machen wir uns auf zum Konzertraum, aber die Türen sind noch verschlossen. Wir machen es uns daher im Nebenraum an einer Theke gemütlich und lassen die Location auf uns wirken. Langsam bildet sich eine dicke Traube vor dem Konzertraum, aber da geht nix weiter. Nach einem gefühlten halben Stündchen gehen endlich die Türen auf und zu meinem Entsetzen höre ich Jimmy Bowskill spielen, eine große Menschentraube vor mir. Ungeduld ist mein zweiter Name. Endlich sind auch wir in der Grotte und richtig, es ist Jimmy Bowskill, der auf der Bühne steht. Ich beruhige mich wieder, es ist noch Soundscheck. Aber, da knistert und rauscht es ganz gewaltig aus den Boxen. Band und Techniker werkeln ca. eine weitere halbe Stunde rum und sehen ziemlich ratlos aus. Jimmy Bowskill hat einen etwas verzweifelten Gesichtsausdruck. Ich fange innerlich an zu beten, dass keine ungewollten Sounds das Konzert vermiesen. Jimmy kommt nun mit einem weißen Socken und stülpt diesen über sein Mikro, taped das ganze fest und verschwindet im Backstage-Bereich.
Nach ein paar Minuten öffnen sich die Türen und die Band betritt erneut die Bühne. Es braucht noch etwas, bis der Soundtechniker dies auch bemerkt und die Musik runterfährt. Dies scheint auch den Lichtmenschen zu wecken, der nun das Publikum in rot und grün badet. Man sieht nix mehr. Kommentare wie „ Ich fühl mich wie ein Hähnchen vom Grill“ werden laut. Das trifft es ziemlich gut. Ich weiß jetzt, warum Joe Bonamassa eine Sonnenbrille trägt und hätte auch sehr gerne eine auf der Nase.

Auf der Bühne geht es von Anfang an richtig ab. Jimmy und seine Jungs rocken los: Far From Reality, Rattle Snake Shake, Diamond Ring und einige weitere Songs vom Album „Jimmy Bowskill“, das ich nur wärmstens empfehlen kann.
Der Junge ist vielleicht 20 Jahre und spielt wie ein Teufel. Kein Wunder, dass Jimmy Bowskill am 19.7. in Bonn den Support von Jeff Beck und Joe Bonamassa macht. (Mein Ticket ist geordert.)
Irgendwann wirft Jimmy sein Guitar Pick in die Menge, es landet irgendwo eine Reihe vor mir. Niemand bückt sich. Vor und neben mir werden noch 2 Jungs unruhig. Ich werde innerlich wahnsinnig, nix zu sehen auf dem Boden.
Die Zeit mit Jimmy Bowskill (Guitar, Gesang), Wayne Deadder (Bass), Dan Neill (Drums) ist im Nu vorbei. Ja, das war ganz nach meinem Geschmack. Auch der Sound war okay, nur bei ein zwei Stücken, als Jimmy die letzten Töne aus der Gittare geholt hat, konnte man ein leichtes Brummen vernehmen. Bin gespannt wie es weitergeht.

Vorne füllt es sich nun noch etwas. Nach einer etwas längeren Umbau- und Wartezeit kommen Wishbone Ash auf die Bühne. Outfit und Performance sehr professionell und Sound recht laut. Also, die LivePlugs in die Ohren. Da der Lichtmensch nach wie vor Spaß an seiner Arbeit hat und alles versucht, das Publikum zu blenden, verziehe ich mich in die vierte Reihe hinter einen größeren Menschen, der schützt mich jetzt vor den Strahlern rechts. Aber links gibt’s auch Strahler. Das Licht ist echt Sch...e und stört ungemein. Versuche, mich nicht zu ärgern und die Musik mit geschlossenen Augen zu genießen, würde aber den Jungs auch gern auf die Finger schauen. Grrrrhhh

Obwohl gut aufgeheizt durch die Vorband, kommt nur langsam Stimmung auf. Es braucht fast eine Stunde bis mich endlich auch die Musik von Wishbone Ash packt. Jetzt geben die Jungs da vorne richtig Gas und jetzt geht auch das Publikum mit. Die Animier-Aktionen des Bassisten sind nun überflüssig. Die letzte Stunde verfliegt im Nu und dann geht auch schon das Scheinwerferlicht aus und die Beleuchtung an.

Ich fange wieder an, den Boden zu scannen, habe das Guitar Pick von Jimmy noch nicht aufgegeben. Begebe mich an den Bühnenrand und sehe außer Papier und Kaugummi nix auf dem Boden. Aber, da stehen noch ein paar Leute, wo ich das Guitar Pick vermute. Irgendwann setzen die sich in Bewegung ... ich hab’s: ein braunes Guitar Pick von Jimmy Bowskill ☺. Jetzt grinse ich von einem Ohr zum andern und mein Freund grinst über mich. Wir können jetzt gehen.

Vorher mache ich noch einen Stopp an der Soundstation. Ich bemühe mich um ein freundliches Feedback, dass das Licht sehr geblendet hat. Die Antwort: „das rockt“ macht mich sprachlos. Der Kommentar meines Freundes: „ein Tritt in die Eier rockt auch“, lässt mich wieder grinsen.
Nun noch ein Abstecher an den gut besuchten Merchandise Stand von Jimmy Bowskill und seinen Jungs. Meine CD will signiert werden und mir fehlen auch noch 2 CDs.

Dann bestellen wir uns noch was zu Trinken, weil ca. 500 Mann/Frau ihre Verzehrkarten bezahlen wollen. Die restlichen ca. 150 Leute trinken und essen ebenfalls noch etwas oder holen sich Autogramme von beiden Bands.

Fazit: ein Konzertbesuch, der sich gelohnt hat.

pavelk Offline



Beiträge: 52

03.02.2010 11:33
#2 RE: Jimmy Bowskill & Wishbone Ash am 31.1. im PULP Duisburg antworten

Jetzt hätte es mich natürlich interessiert, in welcher Besetzung Wishbone Ash gespielt haben. Denn meines Wissens nach ist nur noch Andy Powell von den "Alten" dabei. Interessiert hätte mich auch etwas aus dem Set. Das Die Band gewaltig und mit vielen Facetten rocken kann ist keine Frage. Dazu möchte ich jetzt noch die Doppel Cd "40th Anniversary Concert-Live in London" empfehlen. Ein sehr starkes Set! Außerdem soll jetzt irgendwann eine neue Studio CD von Wishbone Ash herauskommen.
Übrigens habe ich das Phänomen der in die Zuschauer gerichteten Scheinwerfer auch schon mehrfach erlebt. Das scheint "modern" zu sein oder "in". Das sie für die Zuschauer das Live-Erlebnis schmälern, tut anscheinend nichts zur Sache.
Ansonsten ist das ein sehr schöner Bericht, danke!
Greetz aus Kölle
Pavel

Strato Offline




Beiträge: 274

03.02.2010 15:20
#3 RE: Jimmy Bowskill & Wishbone Ash am 31.1. im PULP Duisburg antworten

das stimmt - Andy Powell ist der letzte, der noch von der Urbesetzung durch die Lande tourt.

Die aktuelle Band:

Andy Powell - g,voc -
Muddy Manninen - g,voc -
Bob Skeat - b -
Joe Crabtree - dr -

Wishbone Ash war hier letzten Samstag in der Blues Garage. Es kamen 370 Fans aus ganz Norddeutschland - Stimmung und Mucke waren gut - auch der Sound. Von daher meine volle Zustimmung zum Konzertbericht.

Gruß
Hans

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Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
Nietzsche

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