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 Blues Gitarristen
Bluesguitar Offline




Beiträge: 754

13.01.2010 00:32
B u d d y G u y antworten

B u d d y G u y


„Buddy Guitar“


Muddy Waters und B.B. King hatten den Grundstein gelegt. Buddy Guy machte sich deses Vermächtnis zu eigen und entwickelte einen Blues, der auf dramatische Weise der West Side von Chicago Ausdruck gab. Sowohl in den 70ern, als auch in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts spielte er interessante Alben mit dem grandiosen Harpspieler Junior Wells (ex Muddy Waters Band) ein. In den 90er Jahren, unterstützt von den Guitar-Heroes Eric Clapton und Jeff Beck, fand sein virtuoses Gitarrenspiel auch endlich die verdiente internationale Anerkennung.

Die Inspiration zu dem West Side Sound des Chicago der 60er Jahre waren Platten von Muddy Waters, Howlin Wolf und anderen Bluesmen von Labeln wie Chess und Vee Jay. Dieser West Side Blues war ein weit intensiverer Chicago Blues, als man ihn bis dahin gehört hatte. Seine Musiker gaben darin dem Ärger und der Frustration derjenigen Ausdruck, die vom Nachkriegswohlstand in den USA herzlich wenig spürten. Aber auch wenn der materielle Wohlstand fehlte, war der Blues reich an Ideen – vom Uptown Blues B.B. Kings und der Ausdrucksvielfalt des R & B bis hin zu den Gospel Songs. Aus dieser Palette von Stilmischungen gingen neue Bluestalente wie u.a. Otis Rush, Freddy King, Magic Sam und auch Buddy Guy hervor. Und es ist kein Zufall, dass es sich dabei ausschließlich um Bluesgitarristen handelt. Die Gitarre, bis zur Verzerrung verstärkt und bis an ihre Grenzen gespielt, verlieh mehr als jedes andere Instrument der Wut und der Isolation der schwarzen Bluessänger im weißen Amerika Ausdruck. Der West Side Sound verkörperte die Ablehnung jeglicher Kompromisse und die Glorifizierung der Kultur der Schwarzen. Ebenfalls in der Musik der Jazzer wie z.B. John Coltrane, Hugh Massakela, Charles Mingus und bald aller Interpreten des Free Jazz, der sich vor allem in Chicago stark machte, kam diese Haltung zum Ausdruck.

Buddy Gus Musik ist jedoch nicht so intensiv mit dem West Side Sound verbunden wie etwa die von Otis Rush oder Magic Sam. Guy stammte aus Louisiana und kam durch Lokalgrößen wie Lightnin´ Slim und Slim Harpo, den führenden Interpreten des ruhigeren, lockeren Swamp Blues - ,zur Bluesmusik. Nach seinem Umzug nach Chicago entwickelte Guy seinen eigenen Stil, indem er den Louisiana Blues mit den Klängen von Muddy Waters und besonders B.B. und Albert King versah.

Buddy hat die o.g. Einflüsse in seinem einzigartigen Stil verwoben und so seinen eigenen Sound mit hohem Wiedererkennungswert geschaffen. Jimi Hendrix gab unumwunden zu, dass er von Buddy sehr beeinflusst war- und Eric Clapton dessen Vorbild er neben Freddie King schon seit den 60ern war bezeichnete Buddy Guy als den „bei weitem und zweifellos besten aller noch lebender Gitarristen“.

You got to pay Your dues….to the Blues !

Doch Guys Weg zum internationalen Erfolg war weder kurz noch leicht. Tatsächlich hätte Guy seine Hoffnungen auf eine musikalische Karriere in den Wind schreiben können, kurz nachdem er nach Chicago kam, wäre da nicht Muddy Waters gewesen! Waters hörte ihn eines Nachts in einem Club spielen und erkannte, dass dieser junge Gitarrist hochtalentiert war. Guy erinnert sich an jenen Abend. „Ich hatte seit drei Tagen nichts mehr gegessen und versuchte, mir Geld zu pumpen, um meine Mutter anzurufen und ihr zu sagen, dass ich nach Louisiana zurückkommen würde“. Un da kaufte mir Muddy Waters ein Sandwich und lud mich in seinen Cheverolet Kombi ein. Er sagte:“ Daß du Kohldampf hast ist offensichtlich“.“ Aber dadurch, dass Muddy Waters mit mir redete, war mein Hunger wie weggeblasen. Einfach „Hallo“ zu ihm zu sagen machte mich schon satt. Ich war so glücklich, dass ich meine Magenkrämpfe nicht mehr spürte“.
Ich sagte ihm das, und Muddy antwortete: „Steig ein“. Genau das waren seine Worte. Wir befanden uns vor dem 708 Club, das Auto war direkt vor dem Eingang geparkt. Und er fuhr fort: „Jetzt setz´ dich erstmal und iß“. Ich sagte: „ Ja Sir“. Ich habe ihn danach ehe er starb, oft gesehen und ihm jedes Mal gedankt und ihm immer wieder erzählt, wie viel besser es mir ging, nachdem er mir in jener Nacht Mut gegeben hatte und mir ein Sandwich gekauft hat.
Es ist eine für den Blues ganz typische Story. Das Leben der meisten Musiker ist von Zweifeln und Problemen geprägt und erfordert persönliche Opfer. Es enthält manchmal jedoch auch glückliche Momente, wie bei Buddy Guys Fall, als ihm die Begegnung mit Muddy Waters die Kraft zum Weitermachen gab.

Buddy Guys Geschichte beginnt am 30 Juli 1936 in Lettsworth/Louisiana. Mit 13 Jahren griff Buddy Guy zum erstenmal zur Gitarre.

Selbst ist der Mann !

„Niemand hat mir je etwas beigebracht“. Ich war allein dort draußen auf dem Land, allein mit dieser Gitarre, die nie alle Saiten hatte. Aber dann eines Tages hörte ich John Lee Hooker im Radio, und der Sound ließ mich nicht mehr los. Ich versuchte und versuchte, ihn auf meiner Gitarre zu produzieren. Meine Brüder und Schwestern jagten mich aus dem Haus, da sie das „Geklimper“ langweilig fanden. Und dann ganz plötzlich griff ich die richtigen Saiten und hatte diesen John Lee Hooker Sound gefunden. Ich spielte ihn zwei, drei Stunden lang, da ich Angst hatte, ihn nie wieder zu finden, wenn ich die Saiten losließe. Meine Hand war wie festgefroren.
Bald war er so gut, dass er mit Bands in und um Baton Rouge auftrat, aber nur mit großer Mühe überwand er seine angeborene Scheu vor Publikum zu spielen. „Ich konnte Lightnin´ Hopkins, John Lee Hooker und T-Bone Walker Songs recht gut spielen, aber das wusste keiner, da ich viel zu schüchtern war, um es irgend jemand vorzuspielen.

1957 zog Buddy wie viele andere Bluesmusiker vor ihm nach Chicago, um erstmal einen gewöhnlichen Job zu finden und der Armut des ländlichen Louisiana zu entfliehen. Doch die Atmosphäre der South Side zog ihn in ihren Bann. Und schon bald darauf trat er in verschiedenen Clubs auf: Im 708 mit Otis Rush, später mit seinem eigenen Trio; im Squeeze Club mit dem Saxophonisten Rufus Foreman und dessen Band; im Trianon Ballroom mit B.B. King; und im Blue Flame Club, wo er in der „Schlacht um den Blues“ gegen Magic Sam, Otis Rush und Junior Wells als Sieger hervorging. Das war der Anfang seiner eigentlichen Karriere.

Im folgenden Jahr spielte er unter der Leitung von Willie Dixon ein paar Singles für das kleine Label Artistic ein, zusammen mit Begleitmusiker wie Otis Rush und Ike Turner. Im Frühjahr 1960 wurde er in den „Club der besten Chicago Bluesmen“ – diejenigen, die bei Chess Records unter Vertrag waren – aufgenommen.
Sein Debüt für Chess Records war der atemberaubende Track „First Time i Met The Blues“
Die schiere Power, gerade noch zurückgehalten, ist sicher teilweise auf B.B. King zurückzuführen, doch Guys nächsten beiden Singles “Broken Hearted Blues” – und “Ten Years Ago“ – wird deutlich, dass er dabei war seinen ganz eigenen Stil zu entwickeln.

1965 spielte Buddy Guy beim American Folk Blues Festival in Großbritannien. Mittlerweile war er auch dort zumindest bei Blues Freunden Kein Unbekannter mehr…“und sie riefen meinen Namen“ erinnert er sich. Zuhause in den Staaten hatte ich tagsüber einen Job, und kein Mensch wusste, wer ich war.

Guy war zu spät zu Chess gekommen, um ähnliche Erfolge wie die Bluesgrößen Muddy Waters und Howlin´ Wolf zu haben. Der Publikumsgeschmack hatte sich geändert und selbst Chicagos Blueslabel No. 1 mußte sich anpassen. Guy verließ Chess 1967 und spielte zwei Alben für das Folk- und Blueslabel Vanguard ein.

Mit Junior Wells verband ihn eine musikalische Partnerschaft. Die Partnerschaft dieser zwei Bluesmen, die ausgezeichnet singen konnten und mit ihren Instrumenten neue Stilrichtungen einführten, war äusserst vielversprechend. Und manchmal wurde dieses Versprechen eingelöst: Harley Cokliss Dokumentarfilm von 1970, Chicago Blues, enthält einen Auftritt der beiden in einem Clucb, der einen buchstäblich vom Hocker reißt und bei dem beide auf fast telepathische Art miteinander Musik zu machen scheinen.

Produktive Zeiten

Einige der besten Platten entstanden in den 70er Jahren: die erste zusammen mit Eric Clapton, ein Live-Mitschnitt beim Montreux Jazz Festival, und vor allem die Alben, die sie für das kleine Chicagoer Blueslabel Delmark einspielten, wobei Wells zwar „den Ton angab“ , Guys Gitarre ihm jedoch in nichts nachstand. Leider ist es nicht gerade billig, zwei große Talente auf einmal zu bezahlen, und Ende der 70er Jahre gab es einfach nicht genug reguläre, gut bezahlte Arbeit, umd ein Florieren des Guy-Wells-Teams zu garantieren. Sie trennten sich in Freundschaft. Eine Zeitlang hatte Guy seinen eigenen Club „Checkerboard Lounge“, auf der South Side in Chicago. Aber die Zeit arbeitete gegen ihn. Die späten 70er und die meisten der 80er Jahre waren harte Zeiten für den Blues.

Doch glücklicherweise ist Buddy Guys Geschichte eine Story mit Happy End. Wie John Lee Hooker, hatte auch Buddy Guy wieder – und noch größere – Anerkennung gefunden, indem er einfach ruhig (was blieb ihm auch anderes möglich) darauf wartete.

Von 1980 bis zum heutigen Datum, und ca. 60 ! weiteren Alben von Buddy Guy kann er nun finanziell unabhängig auf ein erfülltes Leben im Blues zurückblicken.

Sein Club „Buddy Guy´s Legends“ in Chicago zieht nicht nur Fans sondern auch die Creme de la Creme der weltweit besten Blues Künstler an.

Daneben ist er noch auf unzähligen LPs als Session- und Gastmusiker zu hören, Bootlegs, wie z.B. Muddy Waters & The Rolling Stones: Sweet Home Chicago - Live at Buddy Guy's Checkerboard Lounge, Chicago 1981 (Swingin' Pig), nicht mitgezählt. Buddy Guy trat zudem als Gastmusiker in dem 2008 veröffentlichten Rolling-Stones-Konzertfilm Shine a Light von Martin Scorsese auf.

Er wurde 1985 in die Blues Hall of Fame und 2005 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Long live the Blues – long live B u d d y G u y……a true Bluesman !


Mit Gruß & Blues,

P e t e r


Quellverzeichnis: The Blues Collection / Orbis Publishing / Wikipedia

´cause I´m a Bluesman - but a good man -
understand ?

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