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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Konzertberichte
HRVolker Offline




Beiträge: 727

17.11.2009 19:00
Downhome Percolators und The Silvertones in Haltern am 14.11.09 antworten

Downhome Percolators und The Silvertones bei der 7. Halterner Bluesnacht am 14.11.2009

Mit Diktiergerät und JJBR Flyern am Volker machte ich mich mit meinem Twingo auf den Weg nach Haltern, dort fand am 14.11.2009 die 7. Halterner Bluesnacht mit den Downhome Percolators und den Silvertones in der Begegnungsstätte Trigon statt, einer stattlichen städtischen Einrichtung, in die auch mindestens einmal im Jahr der Blues einzieht, vorab ein großes Lob an die Mitarbeiter des Trigon, alles wunderbar hier und die heute abend beteiligten Musiker fanden das auch und lobten Essen, Trinken und Sound und alles andere!

Ab 21 Uhr gab’s erstmal knapp eine Stunde feinste Musik von Bernd Simon an der Gitarre und ab und zu am Mikro und Klaus Kilian mit Harp und manchmal Gitarre und oft Gesang, die beiden sind die Downhome Percolators aus Frankfurt am Main und schütteten uns Zuhörern einen homegebrewten und würzigaromatischleckeren Kaffee nach dem anderen ein!

Percolator ist die Bezeichnung für eine besondere Art von Kaffeemaschine und ihre hier zum Verkauf angebotene CD heißt auch Passenderweise Homebrew, ein nicht nur Bluesmusikalisches sondern auch downhomisches Schmankerl!

Das Konzert der beiden brachte mir und dem Publikum, wie auch oft im Saal zu hören, sehr viel Spaß und Freude, Bernd und Klaus spielten und sangen und sprachen sehr routiniert, aber nicht routiniert, beide haben den Blues, beide haben " die " gewisse Bluesshouterstimme und ihr Zusammenspiel und ihr instrumentarisches Können kann ich nur als formidabel beschreiben, da passte alles, sie nahmen uns mit auf eine Reise durch die Vereinigten Bluesstaaten Amerikas und ihren vielfältigen Bluesspielarten und auch noch geschrieben, die beiden spielen ja auch noch zusammen mit Heike Busche und Georg Viel in der Matchbox Bluesband!

Vor jedem Song erzählte uns Klaus Kilian die Geschichte dazu und zum Brauer des Liedes, wir erfuhren z.B. vor dem Pony Blues von Charley Patton, dem so beschriebenen Vater des Delta Blues, das Charley natürlich lieber mit dem Blues Geld verdienen wollte als z.B. mit dem Pflücken von Baumwolle und das klappte dann ja auch!

Er, Klaus, ist ja bekannt für sein großes Wissen in Sachen Blues!

Wir hörten also zahlreiche Bluesklassiker, Good Morning Little Schoolgirl und eine wunderbare Version von Wonderful Time mit einem Ausflug in`s Jazzige, beide komponiert von John Lee " Sonny Boy " Williamson, beim Eisenbahnblues Bring It On Home von Willie Dixon gab’s eine Dampfzugfahrt mit der Mundharmonika, das Robert Lockwood Stück Take A Little Walk With Me ist Musikalisch adaptiert von Sweet Home Chicago und am Schluß kriegen wir ein Simongitarrenintro und ein KilianSlidegitarrenoutro vom Saitenschneidigsten und anschließend erspielen uns beide noch was von einer Mama, Talk To Your Daughter.

Bei den letzten beiden Liedern der Percolators greift noch zusätzlich der Schlagzeuger der Silvertones, Peter Behne, mit ein, einmal besenrein beim Sonny Terry Brownie McGhee Song I`m A Stranger Here und beim ziemlich rockenrolligen Abschluß She`s Automatic geht er in die Vollen.

Kiddio ertönt ganz zum Schluß noch als Draufgabe, ein Soul von Bruce Benton und die Souls der Zuhörer sind erwärmt vom bis hierher Dargebotenen!

Echt töfte das Alles sagte nicht nur der geborene Wuppertaler Volker.

Die Silvertones sind Michael Mighty Mike Wagner am Gesangs – und Harpmikro, Ansagen und Vertellsches, Andreas Meier am Bass, Peter Behne am Haudraufinstrumentarium und die beiden Gitarristen T – Man Tilman Michalke und Helmut Wirtz.

Sie präsentierten uns einen ca. 120 minütigen Streifzug durch die Kompositionen ihrer bisher veröffentlichten CD`s Real Silver und Foolin` Around, die meisten Texte und die Musik dazu sind auf eigenem Feld gereift, wurden geerntet und in den Verkauf gebracht, nach dem Konzert versilberten sie beide Silberscheiben zum Sonderpreis von zusammen 20 Euro, ich ließ mir dieses Angebot nicht entgehen und erwarb meine CD`s Nummer 1768 und 1769.

Einige Alltimebluesklassiker aus fremden Federn zwischendurch verfeinerten den sowieso schon sehr knackigen und für die Zuhörer nichtsehrgelenkschonenden und schnippigen Auftritt der aus dem Raum Köln stammenden Musiker, nur Peter Behne ist nichtrechtsoderlinksodermittelrheinisch!

Sieben Musiker standen bei Herrn Chester Burnetts Kompositionsklassiker Riding On The Moonlight auf der Bühne, die Downhome Percolators packten vor ihrer Heimfahrt nach Frankfurt noch mal Harp und Gitarre aus und alle spielten das Trigon schwindlig!

Michael, Andreas, Peter, Helmut und Tilman bluesten und shuffleten und jumpten und swingten danach perfekt weiter, es rauchte und roch und schmeckte und schwitzte förmlich, rauchte aber schadstofffrei, roch nicht im Entferntesten streng, schmeckte nicht schal und schwitzte förmlich die etwas raueren und schrofferen Bluestöne raus, sozuschreiben auch die etwas dreckigeren und kantigeren Ecken des Blues erweckten die Jungs zum Leben.

Pretty Baby und Mean Old Frisco erschallten hintereinander in den Raum, Michael bat zwischendurch die Zuhörer, etwas näher an die Bühne zu rücken, die Band würde nicht so riechen wie sie aussehe.

Sie roch zusammenspieltechnisch sehr gut, das ging mächtig nach vorne und vibrierte den Schaum vom Pils in den Gläsern, Bass und Schlagzeug Schlag auf Schlag, beide Gitarren zum Zungeschnalzen und Gesang mit und ohne Harp mit Schmackes.

Die Freddy King Nummer Sidetracked veredelte Helmut Wirtz solistisch, das folgende In To My Soul soliert T – Man in die richtigen Richtungen, der Gesang erschallt bei diesem Lied vom Schlagzeughocker!

Auch die Töne der Gitarrensolos der beiden Saitenbearbeiter im weiteren Konzert fallen sehr erfreulich aus und ein Grinsen ein, in mein Antlitz, wie beim Slow Blues Tell Me Baby.

Coverversionen sind noch She`s Tuff, dabei lacht das Publikum mit, wer das Lied kennt ist im Vorteil, die Slim Harpo Würdigung heißt Te Na Ni Na Nu, Call And Response wie in einem Gospelgottesdienst wird auch noch zelebriert, Michael singt hinein ins Trigon, die Masse antwortet mit Halleluja oder Yeah oder Woll!

Eine gute Idee für Blueskonzerte, alle machen mit!

I Love My Baby ist mit einem Harpsolo gesegnet, Michael alleine auf der Bühne, die Band hat ihn verlassen, er wird unterstützt vom mitklatschenden Publikum, die Band kehrt auf die Bühne zurück und vehementet dem Konzertende entgegen!

Es gibt aber noch zwei stürmische Zugaben, ein kurzes Gespräch mit Michael Wagner und auf der regenstürmischböigen Rückfahrt nach Hilden krieg ich noch einiges zu hören von beiden Bands, der Twingo CD Player gibt alles!

Gruß

HRVolker




Ois is Blues!

Volker (SR) ( gelöscht )
Beiträge:

17.11.2009 19:45
#2 RE: Downhome Percolators und The Silvertones in Haltern am 14.11.09 antworten

... jo, genau so war's! Ich schließe mich Volker's Jubel an. Der ganze Abend war die pure Kurzweil. Normalerweise stehe ich ja nicht so auf akustisch dargebotenen Blues, aber was die Downhome Percolators da abgeliefert haben, nötigt mir dann doch ein sehr lautes Wowwwwww ab. Zu den Silvertones hat Volker bereits alles gesagt - genial.

VG
Volker

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