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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Konzertberichte
HRVolker Offline




Beiträge: 727

09.11.2009 18:44
Gov`t Mule in der Live Music Hall in Köln am 08.11.09 antworten

Tach zusammen,

so hab ich das gestern gehörte und gesehene verarbeitet:

Gov`t Mule!

Betiteln diese beiden Worte, kein heute gespieltes Konzert gleicht dem vorherigen oder dem nächsten oder dem übernächsten?

Bezeichnen sie, das so gut wie alle Blues -, Reggae -, Rock
und Soul relevanten Musikstile mit Jazz - und Gospeleinsprengseln pur gespielt werden oder ganz oder teilweise jamartig vermischt?

Drücken sie aus, das die 4 beteiligten Musiker eine musikalische Einheit jenseits von Gut und Sicher sind?

Heißt das, auch solistisch auf höchstem Niveau?

Das heißt das, betitelt das, bezeichnet das, drückt das aus!

Warren Haynes an den Gitarren, Matt Abts am Schlagzeug, diese beiden sind seit Anbeginn in der Band, Danny Louis an den Keyboards seit 2003 dabei, den Sound noch variantenreicher zu tasten und Jorgen Carlsson ist bassmännisch seit diesem Jahr involviert.

In der Zuschauertechnisch ziemlich ausgelasteten Live Music Hall in Köln starten um 20 Uhr und 5 Minuten diese Jamrockklassiker den Trip durch die obengenannten U – Musikkategorien, das Ganze bekommt zwischen den Tönen auch mal immer wieder einen Psychedelictouch, Brand New Angel ist die erste Antwort auf die Frage, was steht heute auf der Setliste, es bluesrockrifft mächtig nach vorne, Warren ist sehr gut intensiv bei Stimme, sie hat hier in diesem speziellen Fall auch das gewisse kratzige Element, das wertet den Song noch mehr auf, die Keyboards sind auch sehr schön dreckig davor, danach und dazwischengetastet, Matt und Jorgen solidarisieren sich natürlich Instrumententechnisch, ein Auftakttakter im wahrsten Sinne des Wortes, die Temperatur im Gov`t Mule Soundkochstudio ist sofort optimal.

Steppin` Lightly funkt so oder so, auch in die Halle, die ist jetzt schon äußerst bewegt, drumrum um meinen Standplatz links wie im wahren Leben wogen sich etliche Muleheads im Takt des von der Bühne vorgegebenen.

Larger Than Life von der 1998er CD Dose geht riffgewaltig in den Hardsouthernrockbereich, mit einigen feinen Tempowechseln, dabei werden mehrere Mulekompositionen in diesen Song integriert, Danny spielt hier auch mal Gitarre mit, wechselt dann wieder zu den Tasten; Matt`s präzises Schlagen und Hauen auch mit leisen Zwischentönen und Jorgen antwortet Warren mittendrin im Wechselspiel.

Das Stück hat wohl eine Spielzeit von einer halben Stunde, grandios!

Applaus!

No Need To Suffer ist anschließend wieder so ein Riffgewitter, Warren`s Saitengewitter unterbrochen immer wieder von der Saitenruhe vor dem Sturm, fesselnd, einfach beschreibbar als meisterlich und wieder das Lob auch natürlich an Danny, Jorgen und Matt, tosender Applaus vom Publikum, das Spektrum reicht hier vom Teenie bis zum pensionierten Rocker.

Und dann folgen etliche Haareaufstellminuten für mich, mein Favorit der neuen CD By A Thread, das Highlight, Railroad Boy, was für eine Hymne, das wird eine, da bin sicher, alle Trademarks des Southernrocks sind vorhanden, nix vergessen, ich bin völlig begeistert, meine Halswirbelsäule hält wacker mit, meine anderen Säulen und Knochen auch.

Der Thorazine Shuffle shuffelt und wird öfter mit harten Gitarrenbreaks bereichert, das knallt.

Pause!

Alle Stücke von Gov`t Mule haben ein musikalisches Grundgerüst und das wird improvisatorisch ausgedehnt, Riff zwo drei vier und die Jamsession ist in ihrem Element.

Broke Down On The Brazos, erstes Stück der neuen CD, ein Boogiestampfer allererster Güte, eröffnet das zweite Set der Jungs, das bollert in alle Ecken und groovt in die Runde und nach dem verdienten Applaus grinst Warren sich einen, er ist wohl auch begeistert von den Reaktionen vor ihm, er geht in seinem Spiel völlig auf und wieder mal, die drei Jungs hinter und neben ihm auch, das Zusammenspiel ist einfach ein Traum.

Slackjaw Jezebel von ihrer 2004er CD Deja Voodoo ist das nächste, diesmal treibt Danny den Boogie nach vorne, Warren gibt immer die passenden Antworten und beim 32/20 Blues passiert das auch, nur führt uns Dannys Pianospiel diesmal Richtung New Orleans, Warren antwortet auf Southernbluesart.

So Weak, So Strong psychedelisiert uns danach in die 60er, viel Wah wah und eine jetzt völlig unverkratzte Stimme von Warren sorgt für die Erinnerungen an selige Zeiten, damals, anschließend sorgt Matt für mal dezentes, mal brachiales Zwischendurchmal auf die Pauke und Kessel und Becken hauen.

So gegen Ende hören wir noch von ihrer ersten CD Mule, das ist die mit dem Esel in die amerikanische Flagge auf dem Cover gewandete, ein Rocker mit zahlreichen Breaks und Riffs und dem Zwischenspiel Whole Lotta Love.

Nach zweieinviertel Stunden verabschiedet sich die Band von uns, aber eine viertelstündige Zugabe gibt`s noch hinterher und zwar das auch sehr hymnische Soulshine, mit dreckiger Orgel angereichert und wieder einem Solo auf Warren Haynes Gibsonart.

Das war`s.

Die Railroadboys aus Hilden und Duisburg fuhren mir der Erkenntnis nach Hause, das kannste wohl nicht toppen, das war so gut wie ihre neue und die älteren CD`s und live gibt`s dann immer noch eine Schüppe drauf und dabei!

Gruß

Mulehead Volker



Ois is Blues!

Blue Bayou Offline



Beiträge: 1.115

18.11.2009 19:57
#2 RE: Gov`t Mule in der Live Music Hall in Köln am 08.11.09 antworten

Oh ja...
ich bin überzeugt davon, dass es ein super Konzert war!
Ich habe Gov`t Mule vor mehreren Jahren einmal live gesehen und war schwer beeindruckt.
Vor allem von Warren Haynes!
Und die von dir erwähnte CD "Mule" ( die mit dem Esel auf dem Cover ) ist meiner bescheidenen Meinung nach nach wie vor einfach großartig.

Blue Bayou
Rosie

Rosie`s website:
http://www.roswithageisler.wordpress.com

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(* Frank Zappa )

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