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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 Konzertberichte
HRVolker Offline




Beiträge: 727

27.05.2009 08:40
Lynyrd Skynyrd im Palladium in Köln am 25.05.09, Julian Sas & Band und Björn Berge im Vorprogramm antworten
Tach zusammen,

so war das da:

Knapp 14 Jahre nach meinem letzten Konzerterlebnis mit Lynyrd Skynyrd, damals ca 120 m über dem Rhein auf der Loreley Freilichtbühne, erlebte ich die Südstaatenrocker am Abend des 25.05.09 in Köln neben dem Rhein bei Aquaplaning auf meiner mittlerweile sehr großen Stirn sorgenden, southernartigen Rocktemperaturen und einer Atmosphäre, die auch mit dem Wort phänomenal etwas untertrieben klingt, das ganze Ganze strahlte very good vibrations aus.

Aber zu einem Höhepunkt gehört ja gemeinhin ein Vorspiel, hier und heute gab`s eins und noch eins davon.

Ab 19 Uhr und 30 Minuten bestimmten erstmal Blues - und Bluesrockklänge das Geschehen, Julian Sas an den Gitarren, Tenny Tahamata am Bass und Rob Heijne am Schlagzeug sorgten im Palladium für Stimmung ab der ersten Sekunde ihres Auftritts, der für mich schon sehr eigenständige, aber mittlerweile trotzdem legitime Nachfolger von Rory Gallagher, ich hör das aus vielen seiner Kompositionen irgendwie raus, slowte oder bretterte sein Saitenkönnen so in das rechteckige Konzertgeviert, unterstützt von seinem bestens eingespielten und könnerhaften Rhythmusduo, das es mir die Hemdkurzärmel aufkrempelte, die Nackenmuskeln verprellte, die Knie zucken ließ und Betablockerverschreibungssorgende Drücke in den Venen zuließ ohne einen Druck zu setzen.

U.a. die Perlen The Devil Got My Number, Ain`t No Change und Way It Goes Boogie – und Bluesifizierten die Anwesenden, eine Dreiviertelstunde spielte und zeigte uns der Dreier, das vergleichbares Können und das auch Rüberbringen in der Bluespowerwelt sehr dünn gesät ist, für mich nahezu Konkurrenzlos.

Weltklasse.

Ab 20 Uhr 30 kamen von Bühne dunkeltiefgrollende Laute aus und mit einem Norweger, Björn Berge, seine zwölfsaitige Gitarre und seine Stompbox gesellten sich zu uns, er sprach, I Love To Entertain you ( den Spruch hat Pro 7 also quasi adaptiert ) und dann brach`s los, anders kann ich seine Interpretationen bluesiger und rockiger Art nicht beschreiben, ein irrwitziger Trip auch in Punkto Saitenbearbeitungskönnenschnelligkeit begann.

Er hat aber natürlich auch die slowen Momente in Petto, sein Rhythmusunterstützender Bassound wird erzeugt von seinem rechten Fuß und einer Stompbox, er betritt sie sozuschreiben, das Tretgeräusch wird über das Mischpult geleitet und wummt aus den Boxen, so hat das Mister Hooker auch gemacht.

Und mit seiner Stimme bewegte er nach neuen Deepgrollforschungserkenntnissen die Bühnenbeleuchtungstraverse, er war immer gut im Licht, sie, die Stimme, ist wahrscheinlich auch in der Lage, den Oslofjord weiter in`s Landesinnere zu fräsen, ein auch dreviertelstündiger Vortrag der lautmalerischen Art, u.a. mit der Stringmachine, dem Motörheadevergreen Ace Of Spades, dem Mountain Boogie, einem norwegischen Bergefolksong.

Auch das zweite Vorspiel hatte es also an und in sich.

Und um 21 Uhr 30 kochte in wenigen Sekunden das Gebräu aus Southern, Swamp, Boogie, Country und Rock die Halle durch, die Lehrernamentruppe aus Florida stand siebenmännig und verstärkt durch zwei Mädels, den Honkettes, auf der Bühne und workte gleich mal ein paar Minuten for MCA, die ewige Hitparade des Southernrocks begann.

Das wohl besondere an dieser Band für viele und natürlich auch für mich, es gibt wohl keine Truppe auf dieser Welt, die so von Schicksalsschlägen gebeutelt wurde.

Deshalb ist ein Auftritt dieser Jungs und den Backgroundgesangmädels Dale Crantz Rossington und Carol Chase für mich immer etwas einzigartiges, mit keinem anderen Konzert zu vergleichen, schwierig in lesbare Worte zu fassen, deshalb lass ich`s.

Johnny van Zant am Flaggenbesetzten Mikrophon, die Axtarmee mit Gary Rossington, einzig noch verbliebenes Urmitglied von Lynyrd, die sich 1965 noch unter anderem Namen gründeten, Rickey Medlocke, 1970 Schlagzeuger in der Band, danach 25 Jahre Blackfootsouthernrockenroller, seit 1995 wieder bei Skynyrd, jetzt an den Saiten und Mark Matejka, seit 2006 dabei, früher u.a. bei der Charlie Daniels Band,
18 Saiten für ein Halleluja.

Am Bass seit ein paar Tagen für den im Mai verstorbenen Ean Evans der Ex Bottle Rockets Mitspieler Robert Kearns.

Schlagzeuger Michael Cartellone ist seit 1999 in der Band.

Peter Pisarczyk sitzt seit Anfang 2009 am Piano, nach dem überraschenden Tod des Lyn Skyn Urgesteins Billy Powell im Januar des Jahres hämmert und streichelt er die Tasten und sorgt für Honky Tonk.

Weiter im Takt, ein Klassiker jagt den nächsten, zwar schon mal geschrieben, aber trotzdem, Lynyrd ist neben AC DC die einzige Band, die nur olle Kamellen spielen muss und das auch darf und soll, so macht Musik Spaß und zaubert so selige Ausdrücke in die Gesichter der Feierschar.

Technisch und Taktisch gibt`s für den Neuner die Note ausgezeichnet, das brummt hier.

Das Knarrenlied Saturday Night Special verfolgt I Ain`t The One, Gimme Back My Bullets schlendert vor What`s Your Name hin und her und That Smell ist auch noch dabei.

Nun ist es Zeit für den Simple Man, es ist eins der Handvoll Lieder, die mir unglaublich viel bedeuten und mit Erinnerungen verbunden sind, die lächeln und sich freuen und es ist immer wieder für mich interessant, was diese 7 Minuten 46 Sekunden Musik in und an meinem Körper veranstalten und für das ganz Besondere sorgt hier und jetzt auch der 3000 köpfige Chor, der den Refrain singt, was für eine grandiose Stimmung, die Orangenhautanfälle sind bei vielen zu erahnen und die Dopaminproduktion in Verbindung mit der Noradrenalinproduktion in 3000 Leuten läuft auf Hochtouren.

Nach diesem ohne weitere Worte Lied sagt Johnny ein Medley an, es besteht zu gleichen Teilen aus einem Whiskey Rock`n Roller, Down South Jukin`, Needle & Spoon und wird gehalten mit Double Trouble.

Das Feuerzeuglied Tuesday`s Gone sorgt wieder mal für Hab Acht Stellung der Körperbehaarung und Gimme Three Steps mit Linda Lu und einer Gun in der Hauptrolle bewegt das Auditorium und sorgt für starke Gerstengetränknachfrage an den Zapfsäulen des Palladium.

J.J.Cale ist der Erfinder des nächsten Songs, Call Me The Breeze läßt die Tanzbewegungen des Publikums einfach nicht außer Acht.

Das danach folgende Intro verkündet den Fastschlussgong, wieder ein Song mit Unterstützung des 3000 köpfigen Chors, die Stimmung ergreift aber auch wirklich jeden, wer aus unserer Rockmusikhörgeneration kann diesen Refrain nicht im Schlaf singen: Sweet Home Alabama, Where The Skies Are So Blue, Sweet Home Alabama, Lord; I`m Coming Home To You.

Die Band verlässt stürmisch bejubelt die Bühne, aber irgendwas fehlt noch, was ganz wichtiges, unverzichtbar, gehört zu den Grundfesten der Rockmusik, zu den 500 besten Rocksongs aller Zeiten.

Die Neun betreten enthusiastisch begrüßt wieder die Bühne und es folgt das berühmteste Pianointro ever und die ersten Worte gesungen von Johnny van Zandt: If I Leave Here Tomorrow, Would You Still Remember Me und der 13 minütige Parforceritt durch den Song, der alles zu Lynyrd Skynyrd singt und musiziert, der darstellt, was diese Band bedeutet, brettert durch die wogende Masse und endet in einem Finale furioso.

Ich habe fertig!

HRVolker

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HRVolker Offline




Beiträge: 727

27.05.2009 12:42
#2 RE: Lynyrd Skynyrd im Palladium in Köln am 25.05.09, Julian Sas & Band und Björn Berge im Vorprogramm antworten

Anbei noch eine Kurzmeldung zum Lynyrd Konzert aus der Tageszeitung NRZ von heute, siehe angehängtes Bild.

In der Meldung vermeldet der völlig vermeldete Schreiber Th.Kenzler ja eine absolute Weltsensation, Ronnie van Zant weilte am Montag als Sänger der Band im Palladium!

Ist der am 20.10. 1977 beim Absturz des Bandflugzeugs neben Cassie und Steve Gaines ums Leben gekommene Ronnie also wiederauferstanden.

Gruß

HRVolker

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Angefügte Bilder:
NRZ Mittwoch 27.05.09 Kultur.jpg  
Eifelbuur ( gelöscht )
Beiträge:

27.05.2009 14:15
#3 RE: Lynyrd Skynyrd im Palladium in Köln am 25.05.09, Julian Sas & Band und Björn Berge im Vorprogramm antworten
Diesem Konzertbericht ist in der Tat nichts hinzuzufügen.
Es sei mir jedoch gestattet, hier mit eigenen Worte das erlebte Konzert von Montag zu beschreiben.
Da ich alle Akteure des Abends noch nicht live und in Farbe gesehen habe, war ich gespannt, was mich bei Julian Sas mit Band erwartete. Ich kann nur sagen, alle Kritiken, die hier lesen durfte, wurden übertroffen und ich freue mich, bei einer Wiederholung im Oktober im Saal Birgit bei Thomas beiwohnen zu dürfen.-Klasse.
Als nächstes kam Björn Berge auf die Bühne.
Es ist absolut nicht meine Musikrichtung, was er jedoch mit der Gitarre dahinzaubert, würde manch anderen glatt die Finger brechen lassen. Insbesondere die Interpretation von Ace of Spades meines Lieblingsfrontmannes Lemmy Kilmister ist jedoch nur mit sensationell zu bezeichnen.-Wow.
In der Umbaupause wurde der Saal mit Stücken von ZZ Top und Deep Purple beglückt und dann kam eine Stimme, die The best Rock'n'Roll Band in the World ankündigte.
Eine ausführliche Beschreibung hat Volker in seinem Werk ja schon beschrieben.
Ich kann nur sagen, ich kenne es zwar, dei einem Konzert eine Gänsehaut zu bekommen, hier jedoch hatte ich, glaube ich , bei 3 Stücken keine Elefantenpickel.
Ich bin froh diese Lynyrd Skynyrd Cover Band, sorry nicht bös gemeint, gesehen zu haben. Auch wenn nur noch Gary Rossington aus der Orginalformation übrig geblieben ist, umgibt diese Band immer noch eine gewisse Aura.
Dieser Abend war jeden Cent seines Eintrittes wert.
Einziger Wermutstropfen war, das es im Palladium kein vernünftiges Bier gab und der Raucherbereich etwas von einem Zwinger im Zoo hatte, seis drum........

http://www.youtube.com/watch?v=YM9GzCaQq2k
wenn auch nur in schlechter Qualität.....

LG Schorsch
Eifelbuur ( gelöscht )
Beiträge:

27.05.2009 21:45
#4 RE: Lynyrd Skynyrd im Palladium in Köln am 25.05.09, Julian Sas & Band und Björn Berge im Vorprogramm antworten

Hier noch eine Ergänzung, gelesen auf Julian Sas MySpace Seite:

Mai 27, 2009 - Mittwoch
support gig cologne 25 may
hello folks what a night it was last monday. We got full support by the skynyrdband and crew. We had a great soundcheck and a amazing sound on stage. The place was packed when we walked on stage..3300 people..crazy southernrockfans. We took the bull by the horns from the moment we started playin, and we knew we had the magic this night.The people were loud and respectful to our music, and that is what you need when you are on stage...man what a crowd..wonderful. We played songs like homefeeling,sailin into the unknown and the devil got my number...our show was 45 minutes but you made it worth every minute of it..a big thanx to all the people in cologne. I also would like to thank everybody from the skynyrd band and Ricky medlocke personally for the great compliments about my guitarplaying and my sound.
So folks that is the story...truly a night to remember.....have faith, and a big southern hell yeah...greetings Julian

Blue Bayou Offline



Beiträge: 1.115

31.05.2009 20:10
#5 RE: Lynyrd Skynyrd im Palladium in Köln am 25.05.09, Julian Sas & Band und Björn Berge im Vorprogramm antworten
Lynyrd Skynyrd, Julian Sas, Björn Berge

Oh ja, liebend gern hätte ich eines von diesen roten fluoreszierenden Armbändchen gehabt, das mir den Weg freigemacht hätte, hinauf zur VIP-Empore, von welcher man einen unverstellten und mit Armfreiheit versehenen Ausblick auf die Bühne und das gesamte Geschehen gehabt hätte.

Aber so musste ich leider mit einem Platz am Rande des 3.300-Menschen starken Pulks in der großen Halle des Palladiums vorliebnehmen.
Noch dazu im hinteren Drittel, zwischen einem Trupp Grauhaariger in Lederwesten und einer Schwangeren im Harley-Shirt, so dass ich zwar ab und zu eine schwenkende Gitarre, einen Hut oder kurzzeitig auch mal Gary Rossington erblicken konnte, mich ansonsten jedoch fühlte wie in der U-Bahn in London an einem verkaufsoffenen Samstag.

Aber wenn man diesen Jungs bei der Arbeit zusehen und zuhören darf, und damit meine ich jetzt nicht nur Lynyrd Skynyrd, sondern auch Julian Sas und den großartigen Björn Berge im sogenannten "Vorprogramm", dann sind solche Spitzfindigkeiten natürlich fehl am Platz.

Wer also an diesem stinknormalen Montag im Mai gutgelaunt und offenen Sinnes in das Palladium in Köln-Mühlheim gepilgert war, der wurde wirklich belohnt.

Wie erhofft und sehnlich erwartet, haben Lynyrd Skynyrd selbstverständlich die ganzen alten "Sachen" wieder vorgetragen, aber sie haben diese nicht nur einfach und schlicht "aufgewärmt" – "Saturday Night Special" zum Beispiel, oder so Preziosen wie "Simple Man" und "Tuesday`s Gone" – nein, sondern sie haben diese Songs so spritzig energetisch und auch so obsessiv aufgeladen, dass das Publikum fast gar nicht wusste, wohin mit der stetig steigenden Begeisterung.
Da wurden große Südstaatenfahnen geschwenkt, die schweißnassen Bandanas heruntergerissen, Fäuste nach oben gereckt, lauthals mehr oder weniger textsicher mitgesungen, so dass es den blonden Dolly-Parton Verschnitt in knappen Jeansshorts, der vor mir auf und ab hüpfte, fast aus den weißen Stiefeln gehauen hätte.

Diesem Flair und diesem nicht versiegenden Strom aus richtig krachend maskulinem Hardrock aus den ehemals konföderierten Landesteilen konnte sich kaum jemand entziehen, dazu brauchte es keinen weiteren Schnick-Schnack, keine Pyros und keinen anderen Firlefanz, der authentische Sound durchdröhnte die Halle wie ein Funkenregen bis in die letzten Ecken, und das so abgrundtief ehrlich und aufrichtig, dass man alle glühenden Momente der Erinnerung, die mit dieser unnachahmlichen und unvergessenen Musik zusammenhängen, augenblicklich in voller Intensität aus seinem Großhirn abrufen konnte.

Ohne Zweifel war dies natürlich auch bei "Sweet Home Alabama" der Fall, und wahrscheinlich sogar besonders bei diesem schon hunderttausend Mal in zig-Varianten ( u.a. von Kid Rock ) gehörten Song, bei dem für mich immer so eine Art verwegenes Glück in der Luft liegt: wie der Geruch von nassem Asphalt, frühmorgens, nach einer durchgemachten Nacht, so eine Mischung aus Staub, blühendem Oleander und Bier.

Und bis zur letzten Zeile des dann frenetisch erklatschten Zugabe-Songs, nämlich dem gänsehauterzeugenden, atmosphärischen "Free Bird", bis zu dessen letzten Worten und auch danach noch sang das Publikum minutenlang laut oder leise mit: "If I Leave Here Tomorrow, Would You Still Remember Me", während Johnny van Zandt zum Bühnenrand ging, die Arme hob und sich beim Publikum immer wieder für den phantastischen Abend bedankte.

Aber wenn ich es recht überlege, war es eigentlich nicht nur das Publikum, dass gut zu Lynyrd Skynyrd war.
Es war eher umgekehrt.

Rosie`s website:
http://www.roswithageisler.wordpress.com

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Information is not knowledge. - Knowledge is not wisdom. - Wisdom is not truth. - Truth is not beauty. - Beauty is not Love. - Love is not Music. - MUSIC IS THE BEST.
(* Frank Zappa )

Angefügte Bilder:
lynyrd.jpg  
Strato Offline




Beiträge: 274

05.06.2009 15:26
#6 RE: Lynyrd Skynyrd im Palladium in Köln am 25.05.09, Julian Sas & Band und Björn Berge im Vorprogramm antworten

Hi

Fotos vom Konzert in Köln gibts unter

http://www.rocktimes.de/gesamt/l/lynyrd_skynyrd/koeln09.html

Gruß
Hans

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Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.
Nietzsche

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