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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 Konzertberichte
HRVolker Offline




Beiträge: 727

08.05.2009 17:26
Delta Moon in der Manege in Ratingen am 06.05.09 antworten

Tach zusammen,

es begab sich folgendes:

Von welcher Seite aus auch ich den gestrigen Abend in der Manege in Ratingen rückblicke, egal welche Saiten und Seiten auch Tom Gray und Mark Johnson abwechselnd an den Lead – und Rhythmusstromgitarren und der gebürtige Haitianer Franher Joseph an der Bassgitarre (auf)zogen, und im Fall Darren Stanley waren`s nicht die Saiten sondern die Bearbeitung der aufgezogenen Felle und Becken und das so was von maximal an einem Minimalschlagzeugensemble, es gab so gut wie keinen Ton im Konzert der amerikanischen Band Delta Moon, der mir nicht gefiel.

Aus Atlanta / Georgia nach Europa gejettet ist ihre mitgebrachte Musik ein Extrakt und oder ein Mix aus Blues, Southernrock, Swamprock, Rootsrock und Americana und klingt live meiner bescheidenen Meinung nach doller als auf ihren bisher 5 erschienen CD`s, viel rauer, knarziger, direkter, griffiger!

Tom Gray Leadsingt sich heiser, kehlenkratzend, raspelnd und rau durch Eigen - und sehr gelungen umarrangierte Coverversionen, spielt den Lap Style mit der Lap Steel Gitarre während des ganzen Auftritts, greift nicht um den Gitarrenhals sondern mit der Hand auf ihn, das Slideröhrchen zwischen Zeige – und Mittelfinger geklemmt und die Gitarre ausbalanciert an den Oberschenkeln haltend und Mark Johnson demonstriert seine Meisterschaft im Bottlenecken abwechselnd an der Fender oder Gibson, konventionell, Slide und Slide gesellt sich gern, Franher Joseph spielt völlig relaxt das Gesamtgefüge des Sounds unterfütternd seine Bassläufe und Darren Stanley drumt das Ganze in den Zusammenhalt, da passt alles und nix mehr dazwischen, die beiden sind `ne ganz schöne Rhythmus Hall Of Fame.

Zur Freude und Begeisterung der ca. 90 Leute im Saal, die Musiker scheinen mir immer wieder überrascht und auch begeistert wie enthusiastisch oft der Beifall über sie sozusagen hereinbricht und einprasselt, ihr Minenspiel deutet auch darauf hin, dauernd grinsen sie sich einszwei, dies ist ihr erster Aufenthalt in deutschen Landen, der nächste soll wohl schon gegen Ende des Jahres 2009 stattfinden.

Nur zu!

Ihr seid herzlich willkommen.

Wohl mal wieder ausgezeichnet aufgezeichnet vom Deutschlandfunk eröffnet der Midnight Train drei Tage vor dem Vollmond und um 20 Uhr 30 das Delta Moon Spektakel in der Manege, ein gut abgehangener mittelschneller Southernrocker und um Mitternacht schmeißen uns die Jungs mit Good Night Irene, Good Night, einem Folkbluesklassiker von Huddie Ledbetter, aus der Halle und an den Merchandising Stand zum Smalltalk, CD Kauf und Autogramme geben.

Dazwischen tummeln sich so viele sehr gute bis phänomenale Titel, eine kleine Auswahl folgt gleich, meine Nackenmuskulatur und etliches Gelenk wird aufs derbste beansprucht und mich hauts immer wieder vor Freude und Begeisterung aus den Schuhen und von den Socken bin ich auch noch.

Beim Lap Dog sitzen wir zusammen mit ihnen in einem swampigen Bluesclub und Mark und Tom sliden die Türen aus den Angeln und heben das Dach an, was für Saitengeräusche!! und Darren ist ein Gib dem Sound noch einen drauf Schlagzeuger vom Prächtigsten, Franher kühlt das alles auch nicht ab, es wird immer fiebriger.

Raeline wird zügig gespielt, ein Rocker, und Life`s A Song, Sing It One Time For Me, wie recht sie haben, reißt die Fahrenheitszahl über die Hundert im Saal.

Feuerzeugschwenkgeeignet ist Clear Blue Flame, auch Titel ihrer 2007er CD.

Wir werden adrenalisiert u.a. mit einer Hommage an die großartige Jessie Mae Hemphill, die bis zu ihrem Tod im Juli 2006 mit Gitarre und Tamburine den Mississippi Blues unters Volk brachte, die Komposition von Mark und Tom heißt Jessie Mae und beschreibt ihr Leben und Wirken kurz und prägnant.

Außerdem noch eine dem Original Tempoangepasste, aber natürlich slidige Fassung des Mississippi Fred McDowell Songs Shake `Em On Down, eine Delta Moon klassischklasse vor dem Klassiker Verneigung.

Ihre Fassung von Mister Robert Lee Burnsides Komposition Goin` Down South, auch Titel ihrer 2004 erschienenen CD, gleitet straight von der Bühne in die Fußgelenke.

Der Hard Time Killing Floor Blues kommt in einer Version, die dem vor knapp 40 Jahren verstorbenen Komponisten dieses Hits, Skip James, sicher viel Freude da oben bereiten wird.

Gehipshaket wird auch, Shake Your Hips, 12 Minuten kurz, dieser Fetzer von Slim Harpo ist immer eine Ohrenweide, natürlich auch in der Version von Delta Moon.

Sie deuten an, dass im Herbst dieses Jahres ihr neuestes Machwerk silbriger Art das Licht der Welt erblickt, einen Vorgeschmack gibt uns der Titel, wenn ich ihn richtig verstanden habe, Kid Gun, der klingt ordentlich.
Und der Diddley kommt zum Zug mit Who Do You Love, knallt und scheppert in alle Ecken und bewegt.

Und als absolut eigenständige Version in der Delta Moon Ausführung gibt’s das, es wird Gewang Dang Doodlet, All Night Long, mit einer Prozession der Musiker, jeder mit einem Becken und Stick oder einem anderen Rhythmusschlagmittel ausgerüstet, kreuz und quer durch die ehrwürdige Manege, mit dem Chorgesang der Zuhörer – All Night Long - der Beifall nach dieser Darbietung ist hochdezibelisch.

Mein Dank an die Band, ich kann wieder nur mit dem Kopf schütteln ob der musikalischen Qualität dieser Jungs, es ist nicht zu fassen, was für ein Potential es an guten Bands in den USA gibt.

Dank auch und natürlich an die Macher der Manege, die uns diesen fantastischen Musikabend bescherten, für 12 €!!!!

Gruß aus Hilden,

DeltamoonrockingVolker

Fotos des Konzerts gibts auf Tonys Seite: http://www.tonyjoegardner.com/DeltaMoon/index.html




http://volkerseinezeilen.blogspot.com/

http://volkerfroehmer.wordpress.com/

Gardner Offline




Beiträge: 2.321

26.05.2009 14:38
#2 RE: Delta Moon in der Manege in Ratingen am 06.05.09 antworten

Tony Joe Gardner
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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel


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