Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

zum Radio | JJBR bei MySpace |

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 875 mal aufgerufen
 Konzertberichte
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

04.04.2009 13:55
Deborah Coleman am 01.04.2009 im Spirit of 66 In Verviers (B) antworten
«Goodbye Misery», einer meiner Lieblingssongs von Deborah Coleman, steht heute Abend leider nicht auf dem Programm. „I’m gonna teach the band that song...“, hat Deborah mit im Interview vor dem Konzert lachend gesagt, als ich meine Begeisterung für eben diesen Titel zum Ausdruck brachte.

Jetzt steht sie da, einen Meter entfernt von mir auf der Bühne, und spielt ihre anderen Songs auf ihrer blauen Gibson Les Paul, einem Unikat, was Farbe und die eingebaute Elektronik angeht. Dieses Instrument wurde nach Vorgaben der Künstlerin gebaut. Deborah nennt es ihr «Baby».

Und sie weiß, mit diesem Baby umzugehen, ihre Soli treiben mir Freudentränchen in die Augen. Sicher und gefühlvoll fahren die Finger der Greifhand über Bünde und Saiten und ebenso sicher und gefühlvoll schlägt die rechte Hand eben diese Saiten an. Deborah’s Seele scheint direkt verkabelt zu sein mit diesem Instrument. Die Augen hat sie meist geschlossen, ihr Gesichtsausdruck ist ein Spiegel ihrer Gefühle beim Spiel. Sie wirkt total bei sich und in sich gekehrt.

In manchen Momenten huscht ein zufriedenes Lächeln über ihr Gesicht, immer dann, wenn etwas ganz besonders gut funktioniert hat im Zusammenspiel mit der Band, die äußerst gut gelaunt und spielfreudig auftritt.



Der zweite Gitarrist ist der Franzose Olivier Freche. Da Deborah hauptsächlich die Soli spielt, begnügt er sich mit dem Rhythmuspart. Im Instrumentaltitel «The River Wild» spielt er die Slideeinlagen. Außerdem bekommt er wie alle anderen Musiker genügend „Austobe“- Raum im Buddy Miles Klassiker «Changes», der hier zu einer herrlichen, das Herz in die höchsten Regionen schlagen lassenden, gefühlten 20 Minuten Version aufläuft. Klasse. Super. Wahnsinn. Olivier Freche brilliert als Rhythmusgitarrist ebenso wie als Solist.

Am sechsaitigen Bass ist Roger Inniss aus Großbritannien. Er stand u. a. schon mit der Climax Blues Band, Rob Tognoni, Sherman Robertson oder Joanne Shaw Taylor auf der Bühne. In puncto fundamentierende Tieftonbegleitung ist Roger Inniss sicher auch für Deborah Coleman eine Topadresse. Fast unauffällig, aber hörbar und bestimmt, immer auf dem Punkt und stilistisch mehr als sicher tut er seinen Job.

Grund zur Freude gab es bei mir schon, als Deborah mir sagte, dass am Schlagzeug ein gewisser Denis Palatin säße. Den Mann aus Nancy im französischen Lothringen hatte ich erst kürzlich beim Konzert mit dem Blues Caravan wiedergetroffen. Und genau von diesem Projekt ist er nach einem Konzert in Roth am Vorabend heute Mittag in Verviers eingetrudelt. „Denis is everywhere…“, war Deborah’s lakonische und lächelnde Antwort auf meine Freude.
Ja und wenn Denis da ist, hört man auch, dass Denis da ist. Er hat es einfach drauf. Ein wirklich guter und sicherer Drummer mit hohem stilistischem Wiederekennungswert, der sich schnell in neuen Umgebungen zurechtfindet. Das zeigt sich auch heute wieder am erstklassigen Zusammenspiel mit Roger Inniss.

Ein tolles Konzert an diesem ersten April hier in Verviers. Ebenso ausgezeichnet ist die Setlist, aus der ich neben den schon Erwähnten noch zwei Titel unbedingt erwähnen muss: «I’m A Woman» und das als Zugabe gespielte «The Dream».

Die etwa 100 Zuschauer hatten ihren Spaß, die Band auf der Bühne ebenfalls. Nach dem Konzert gab es die üblichen Autogramme auf die frisch erworbenen CDs.

Und für mich noch eine bisweilen recht lustige Unterhaltung mit Denis, der wahrscheinlich demnächst bei Erja Lyytinen’s Band auf deren Finnlandtour trommeln wird. „Denis is everywhere…“ So sieht es aus. „Tony, on restera en contact.“ Ja, wir bleiben in Verbindung. Aber sicher doch. Nur kann ich leider nicht überall sein. Aber ich arbeite daran.

Fazit: Immer wieder einen Besuch wert, so ein Deborah Coleman Konzert, darum unbedingt nicht verpassen.

Text und Fotos © 2009 Tony Mentzel

Hier geht es zum Interview mit Deborah Coleman...

Tony Joe Gardner
__________________________________________________
„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel

Gardner Offline




Beiträge: 2.321

06.04.2009 21:32
#2 RE: Deborah Coleman am 01.04.2009 im Spirit of 66 In Verviers (B) antworten

Tony Joe Gardner
__________________________________________________
„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel


Dorah Offline



Beiträge: 76

07.04.2009 14:25
#3 RE: Deborah Coleman am 01.04.2009 im Spirit of 66 In Verviers (B) antworten

Hallo Gardner, mit sehr viel Interesse habe ich diesen Bericht gelesen. Debora Coleman hat sich eine persönliche blaue Maß-Gitarre anfertigen lassen, das finde ich erstaunlich ebenso das sie ihre Gitarre Baby nennt. Sie scheint eine bewundernswerte und taffe Frau zu sein, die mit ihrem Instrument umzugehen weiß und sich eine sehr gute Band zur Unterstüzung ausgesucht hat. Kommt noch ein Interview mit ihr hier im Forum? Die Fotostrecke ist überigens auch wieder sehr gut, dass kann ich jedesmal schreiben, aber es stimmt.
Gruß von Dorah

 Sprung  
Xobor Forum Software von Xobor
Einfach ein eigenes Forum erstellen