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 Konzertberichte
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

27.11.2007 15:46
Rico Blues Combo am 02.11.2007, Burg Satzvey antworten

Rico Blues Combo

Juke Joint Feeling made in Italy im Bourbonen Saal der altehrwürdigen Burg Satzvey in der Eifel. Hier kommt etwas zusammen, was auf den ersten Blick ein zumindest schräges Bild zu geben scheint.

Bourbonen Lilien zieren die roten Vorhänge, mit denen der gesamte Saal behängt ist. Hier ist eine kleine Bühne aufgebaut. Das Gesangsmikrofon steht aus Platzgründen vor der Bühne. Eine KeyB Organ, daneben ein Leslie- Kabinett mit einem abenteuerlich aussehenden Röhrenamp darauf, ein elektrifizierter Kontrabass lehnt an einen Ampeg Kofferverstärker. Das Drumset zeigt an der Bassdrum ein Ludwig Resonanzfell. Auf einem Hocker befindet sich ein Koffer mit diversen Harps und obendrauf liegt die berühmte Fahrradlampe, das Shure 520DX, d a s Mikrofon für Harps überhaupt. Zwei Fender Bassman Amps stehen links, einer für die Harmonikas, der andere für die Gitarre. Davon ruhen zwei im Ständer. Eine Fender Stratocaster in Fiesta Red, die heute einen freien Abend haben wird, wie sich später herausstellt und eine cremefarbene Telecaster, die heute einen arbeitsreichen Abend haben wird. Dann noch ein paar Bodeneffekte für die Gitarre. That’s all.

20:30 Uhr
Rico und seine Blues Combo betreten die Bühne. Dies sind Rico Migliarini (Voc; Harp), Maurizio Pugno (Gitarre), Mirco Capecci (Bass), Giuliano Bei (Drums) und als Special Guest Alberto Marsico (Orgel).

Der erste Titel zum Anwärmen ist «Down To The Village», das ist ok, aber noch lange nicht das, was die Combo später spielen wird. Es dauert einige Titel, bis die Band sich warm gespielt hat. Aber als der Punkt erreicht ist, geht es wahrhaft in die Vollen. Quer durch sämtliche Stilrichtungen des Blues, teils mit einer gehörigen Prise Be- Bop oder Jump- Blues. Brilliante Soloeinlagen von Harp, Orgel und…ja, hier schlägt natürlich das Gitarristenherz höher … einer gut aufgelegten Telecaster, meisterlich behandelt durch Maurizio Pugno. Der Junge hat’s einfach drauf. Ich verrate sicher kein Geheimnis, wenn ich sage, dass ich ein absoluter Fan der Telecaster bin. Was der ganz in Schwarz gekleidete Chitarrista ihr an Klängen entlockt, ist schon phänomenal. Für mich die absolute Offenbarung an diesem Abend. Damit möchte ich keineswegs das Können der anderen Comboleute abwerten. Alles tadellos. Die Combo funktioniert wie eine Dampfmaschine, einmal angeworfen strotzt sie vor Energie und Musikalität. Meine selektive Wahrnehmung sei mir hier verziehen.
Das Repertoire besteht aus vielen eigenen Titeln, ein Großteil findet sich auf der aktuellen CD «House of Blue Rags», die ich als „Special Offer“ in der Pause für dieci Euro bei Rico erstehe. «Don’t Say No», «Going Down Slow», eins der absoluten Hammerstücke ist «Watch Your Step», zu finden auf der CD «Live At Murphy’s». Es stammt aus der Feder von Maurizio Pugno. Dieser Titel ist auf der Internetseite der Combo (http://www.ricobluescombo.it/) wie weitere 12 Titel anhör- und downloadbar!) Ebenfalls einige Titel gibt es auf der Seite von Maurizio Pugno unter http://www.mauriziopugno.it/ .

Natürlich fehlen auch einige Klassiker wie der Junior Wells Titel «Messin’ with the Kid» oder «Stormy Monday» oder «What you want me to do» nicht.

Die Fünf auf der Bühne haben ihren Spaß und der springt ohne Umschweife auf das Publikum über, das allerdings nur etwa die siebenfache Personalstärke der Combo aufbringt. Das ist sehr schade, jedem, der sich eine wirklich geballte Ladung von Blues vom allerfeinsten abholen möchte, sei wärmstens ans Herz gelegt, sich die Truppe anzuschauen und anzuhören.

„Alla prossima volta“, ruft mir Maurizio noch hinterher, als wir uns nach einem kurzen Gespräch verabschieden. Ja klar, ich werde wieder dabei sein, das nächste Mal, wenn Rico und seine Blues Combo wieder aufspielen.



Fazit: Unbedingt nicht verpassen!

Tony Joe Gardner
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© Text + Foto Tony Mentzel

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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Allan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel

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