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Dieses Thema hat 7 Antworten
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 Konzertberichte
Blue Bayou Offline



Beiträge: 1.115

01.02.2009 18:11
Memo Gonzalez & The Bluescasters in der Manege Ratingen am 31.01.2009 antworten
Memo Gonzalez & The Bluescasters

Nein, man soll wirklich nicht denken, dass, wenn jemand Jeans in der Grösse XXXXXXL trägt, dass dieser Jemand unbeweglich, träge, bequem und mit einer Schlaftablette zu verwechseln wäre.
Oh nein, dieses Vorurteil muss ich bei Memo Gonzalez sofort revidieren und zwar völlig.
Denn was dieses wahrlich imposante Blues-Schwergewicht aus Texas, dort auf der Bühne der Manege in Ratingen abliefert, ist ganz große Klasse.
Nach spätestens einer Minute steht niemand mehr still und bis zum Ende des Konzertes, bei dem erst nach Mitternacht die Instrumente weg gestellt werden, hat die Band ( bestehend aus dem Texaner Memo Gonzalez - harp/vocals, dem Deutschen Kai Strauss - guitar/vocals, dem Türken Erkan Özedemir - bass und dem Holländer Henk Punter – drums ) das ca. 220-köpfige begeisterte Auditorium mit ihrem Mix aus Blues, Boogie und eleganten Jumps auf ihrer Seite.

Ja, das ist unüberseh- und unüberhörbar, bei diesem schwitzenden Chicago-Tex-Mex Blues steppt der Bär auch in Ratingen, und das erst recht, wenn Memo Gonzalez seinen riesigen Körper im Rock` n`Roll Rhythmus über die Bühnenbretter schiebt, mit dem Mikrofonständer twistet und dazu seine Hüften bei „Shake it, shake it Baby“ im Takt schwingt.
Das gibt johlenden Sonderapplaus und den bekommt er natürlich ebenfalls, als er ein Mädel aus der 1. Reihe zum schmachtenden Schmusetanz bei „Please come Home“ auf die Bühne holt.

Ja, denn auch so richtig gefühlsbetonte Blues-Songs hat die Band zu bieten, und der überragende, im Texas-Style spielende Stratocaster-Guitar Slinger Kai Strauss im bestickten, schwarzen Westernhemd ( der bei zwei oder drei Nummern auch für die Vocals zuständig ist) bildet zusammen mit Memo ein Front Duo, dass es wirklich in sich hat.
Und das nicht nur optisch.
Da steigen die Temperaturen im Saal ins Copacabanische und bei „Greyhound“ von ihrer CD „10.000 Miles“ ist so manch einem die Kinnlade hinunter gefallen.
Die Kinnlade dürfte auch unten geblieben sein, als dieser Mann mit „Dynomite Nitro“ loslegt.

Unbändig ist die Spielfreude der Jungs, witzig sind sie, einfallsreich und dazu feuern sie mit so einer geballten Ladung Energie die Songs nacheinander ins Publikum, so dass dieses, außer in der Pause, gar nicht zum Ausruhen kommt und auch keine Lust dazu hat, denn der temperamentvolle Memo mit seinem glitzernden Goldschmuck und seine Kumpanen bringen mit ihrer ansteckenden guten Laune das eh schon euphorische Publikum immer wieder zum Kochen.

Nach Mitternacht und die Ohren betäubt von Musik werden dann die neu erstandenen CD`s „Dynomite“ signiert, Memo Gonzalez schreibt mir „To Rosie“ auf das Cover, die anderen schreiben etwas innen hinein.
Die Flaschen sind leer, der Fußboden klebt. Die Tische sehen aus, als ob jemand Leergut verkaufen würde.
Oh ja, das war ein Abend wie lange keiner in Ratingen, das war eine Blues-Party, so wie man sie sich wünscht!
Danke Jungs, für dieses phantastische Konzert!

Und wenn ihr mal schauen möchtet, wer denn alles so dabei war bei diesem Konzert, hier sind ein paar Fotos:

Foto 1: Memo Gonzalez
Foto 2: Memo Gonzalez - Porträt
Foto 3: Tony und Pitter ( in der 1. Reihe )
Foto 4: Wolfgang und Pitter ( begeistert )
Foto 5: Rosie und Gitte ( die Brillenschlangen vor dem Konzert, sitzend auf dem Bühnenrand )
Foto 6: Wolfgang und Volker (in der Pause)

Copyright Text und Fotos:
http://www.roswithageisler.de
Weiterverwendung nicht erlaubt.

Rosie`s website:
http://www.roswithageisler.de

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(* Frank Zappa )

Angefügte Bilder:
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Gardner Offline




Beiträge: 2.321

02.02.2009 16:01
#2 RE: Memo Gonzalez & The Bluescasters in der Manege Ratingen am 31.01.2009 antworten
Ja, genau so war es, liebe Rosie.

Es gibt gewichtige Gründe, ein Konzert von Memo Gonzalez & The Bluescasters zu besuchen. Wer Musik à la Fabulous Thunderbirds mag, ist hier beim texanisch - europäischen Pendant bestens aufgehoben.

Schon in der Dreier- Kombination ohne Memo Gonzalez, in der das Konzert eröffnet wird, werden diesbezüglich Richtung weisende Akzente gesetzt. Der Münsteraner Kai Strauss ist nicht nur ein mehr als exzellenter Gitarrist, der mit traumwandlerischer Sicherheit in allen Stilarten brilliert, sondern auch ein durchaus formidabler Sänger. Und gleich vom ersten Riff an weiß man, wo es musikalisch lang gehen wird an diesem Abend. Sein Hauptinstrument ist eine Fender Custum Shop Stratocaster, außerdem benutzt er eine Squire Strat ebenfalls aus dem Hause Fender und für einen einzigen Titel schlägt er die Saiten einer weißen, doppelhalsigen Danelectro. Veredelt und verstärkt wird das Ganze durch ein paar Bodeneffekte und einen Fender Super Reverb.

Erkan Özdemir bedient einen Hollow Body Bass der Marke «Kay», ehemals ein Billiginstrument, so wie er von Blues Bassisten der frühen fünfziger Jahre gespielt wurde. Erkan spielt unauffällig präzise seine Tieftonläufe, immer einen Blick ins und ein Lächeln fürs Publikum.

Der Meister der Trommelstöcke, Henk Punter, stammt aus Amsterdam. Er sorgt von Beginn an für den nötigen Drive. Ein Blues- Drummer par excellence.

Als dann noch die „300 Pounds of Texas Dynamite“(so die Eigenwerbung auf der Homepage) in Person von Memo Gonzalez auf die Bühne kommen, um die Gesangs- und Harmonikaparts zu übernehmen ist das Quartett komplett.

Und Alfred Nobel würde staunen, wenn er erleben könnte, wie friedlich explosiv die texanische Variante seiner Erfindung daherkommt. Und diese Ladung zündet, detoniert und reißt gleich alle(s) mit. Ist diese vermeintlich träge Masse erst in Bewegung, dann gibt es eben kein Halten mehr. Memo besitzt eine Stimme, die schmalzig schmachten, herzergreifend schluchzen, schmerzgepeint schreien kann. Laut oder leise, egal, er bringt den Gesang immer auf den zum Song, zum Text passenden Punkt. Dabei lässt er gerne einmal den Mikroständer bis kurz vor dem Umkippen Richtung Publikum wippen. Memo ist die sprichwörtliche Rampensau. Er ist Showman durch und durch und das Publikum honoriert sein Auftreten mit kaum zu bändigenden Beifallsbekundungen.



Sein Haprspiel ist brillant, auf der Diatonischen wie auf der Chromatischen. Er setzt es sparsam ein, aber genau richtig dosiert. Verstärkung findet das Mississippi Sax über die berühmte Fahrradlampe und einen Fender Bassman Amp.

Ob Boogie, Shake, Rock ’n’ Roll, Soul, Tex- Mex oder Blues diese Formation hat es einfach drauf. Da gibt es kein Zögern oder Zaudern, diese Band arbeitet wie eine optimal eingestellte Maschine und produziert am laufenden Band Musik, die in die Ohren, in den Magen und in die Beine zugleich fährt. Sollte hier jemand zu Beginn des Konzerts noch mit angezerrter Laune vor der Bühne gestanden haben, wird ihm dieses Gefühl bereits nach ein paar Minuten genommen. Stillstehen wird zur Unmöglichkeit. It's partytime.

Das absolute Highlight ist für mich der Titel «Greyhiound», ein Blues im XXXL- Format vom Allerfeinsten. Kai Strauss nutzt diesen Song für ein ausgiebiges Solo, etwas für Feinschmecker aus der Haute Cuisine des Gitarrenspiels.

Nach dem Gig, habe ich noch kurz Gelegenheit, mit den Musikern zu sprechen. Wie bisher alle aus dem Blueszirkus sind es mal wieder liebe, nette Menschen. Der völlig durch geschwitzte Memo, sitzt auf dem Bühnenrand, signiert CDs und fragt freundlich, nach den Namen für die Widmung. Er schreibt den von mir gewünschten Namen und kommentiert: «Oh, I like this name». Dann spricht er mir, wie schon Erkan und Kai vorher, noch einen Gruß für die Hörer von JJBR ins Mikro.

Fazit: Es war meine erste Begegnung mit Memo Gonzalez & The Bluescasters, aber sicher nicht meine Letzte. Die etwas über 100 Kilometer Weg haben sich mehr als gelohnt. Darum: Wenn in der Nähe oder auch gerne ein paar Kilometer weiter, unbedingt nicht verpassen.

Text und Fotos © Tony Mentzel

Tony Joe Gardner
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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel

pitter2306 Offline




Beiträge: 97

02.02.2009 18:25
#3 RE: Memo Gonzalez & The Bluescasters in der Manege Ratingen am 31.01.2009 antworten

Ja, ja, genau so war es.
Danke liebe Rosie und lieber Tony, dass ihr meine Gefühle so gut wiedergeben könnt.

Ich kenne Memo und die Bluescasters seit 2004 und es ist immer ein wahnsinniges Erlebnis.
Dieser atemberaubende Sound. Der nicht aufhörende pumpende Bass. Die scharf gespielte
Texas Gitarre. Memos Liveaktion und Gesang. Henk am Schlagzeug, ne ne watt für ne Mucke.
Aaaach, dass muss man einfach gesehen und erlebt haben.
Nebenbei sind es sehr liebe, nette und geduldige Musiker, die für die Fans auch immer ein nettes
Wort haben und den Ansturm ruhig ertragen.

Wer die Gelegenheit hat diese tolle Band zu sehen bitte nicht zögern und hingehen.
Diese Band ist so pflegeleicht für den Fan....aach, ich wiederhol mich, aber es stimmt.

pitter2306
Peter

Blue Bayou Offline



Beiträge: 1.115

03.02.2009 15:55
#4 RE: Memo Gonzalez & The Bluescasters in der Manege Ratingen am 31.01.2009 antworten
Liebe Leserinnen und Leser,

heute erhielt ich folgende email von Erkan Özdemir, Basser von Memo Gonzales (in Tony`s Fotoleiste ganz rechts):

Hallo Rosie!
Vielen Dank für die tolle Kritik über unseren Auftritt...das hat wieder mal eine Menge Spaß gemacht in der Manege und es war schön endlich mal die Leute vom Juke Joint Radio kennenzulernen...
Bis zum nächsten Mal...viele Grüße
Erkan


Oh ja, das freut uns dann ja auch...smile**

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(* Frank Zappa )

HRVolker Offline




Beiträge: 727

03.02.2009 16:22
#5 RE: Memo Gonzalez & The Bluescasters in der Manege Ratingen am 31.01.2009 antworten

Da fällt mir fast nix mehr zu ein, zu den Berichten von Rosie und Tony!
Perfekt beschrieben.
Ich hab die Band mit einem anderen Schlagzeuger im Januar 1998 im Wirtschaftswunder, einer Kneipe in der Wuppertaler Nordstadt, zum ersten Mal erlebt, da gibt`s auch Fotos von, aber leider streikt mein Scanner, ein besonderes Foto aus dieser Serie zeigt Erkan und mich mit noch jeweils etwa dreiundvierzig Haaren mehr auf dem Schädel beim Gespräch nach dem Klassekonzert!
Bis zum nächsten Konzert von Memo und den Bluescasters!

Gruß

HRVolker

http://volkerseinezeilen.blogspot.com/

Gardner Offline




Beiträge: 2.321

04.02.2009 10:18
#6 RE: Memo Gonzalez & The Bluescasters in der Manege Ratingen am 31.01.2009 antworten

Tony Joe Gardner
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Blue Bayou Offline



Beiträge: 1.115

08.02.2009 10:49
#7 RE: Memo Gonzalez & The Bluescasters in der Manege Ratingen am 31.01.2009 antworten
Liebe Leserinnen und Leser,

hier ist nun das oben angekündigte berühmte Foto vom Jan. 1998 (!!) anlässlich des Konzertes von Memo Gonzalez & the Bluescasters aus dem "Wirtschaftwunder" in Wuppertal.
Ganz klar zu erkennen ist links Erkan Özdemir und der langhaarige Typ in der Jeansjacke rechts ist unser Hardbartrocking Volker.

Ja, und weil "in Erinnerungen schwelgen" manchmal so schön ist, habe ich hier mal noch ein Foto von Volker aus dem Jahre 1983 (!!) angehängt - aber nicht auf einem Konzert, sondern auf dem Flohmarkt.

Times, they are a`changing.....

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Angefügte Bilder:
volkererkan1998.jpg   volker1983.jpg  
Blue Bayou Offline



Beiträge: 1.115

20.02.2009 23:35
#8 RE: Memo Gonzalez & The Bluescasters in der Manege Ratingen am 31.01.2009 antworten

Liebe Leserinnen und Leser,

und was meint ihr wohl, was Erkan Özdemir von obigem 11 Jahre alten Foto hält?
Bitte sehr, hier ist die mail, die er uns sandte:

Hallo Rosie!
Wow....jung und knackig...heute nur noch knackig...:-)
Wie die Zeit vergeht..vielen Dank für das Foto...

Liebe Grüße
Erkan

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