Gestern, am 26. Januar, hatte Lucinda Williams, die auch als "Königin des Herzschmerzes" vom britischen Magazin Uncut beschrieben wird, Geburtstag. Ich mochte und mag ihre Songs sehr, die so oft von unerfüllten Sehnsüchten und der Unmöglichkeit von Liebe erzählen, aber doch auch immer wieder ein bisschen Hoffnung aufglimmen lassen. Auf ihrem letzten Album „Little Honey“ klingt die ansonsten immer leicht wehmütige Country-Rock-Singer-Songwriterin allerdings einen ganzen Tick positiver als in so manchen ihrer früheren Lieder.
Einer der schönsten Songs auf dieser CD ist für mich neben „Knowing“ ganz ohne Frage „If Wishes Were Horses“. Das ist ganz, ganz großes Lucinda-Williams-Kino. Eine richtig großartige Schmacht-Ballade mit kratzig traurigem Gesang, die so herzergreifend und episch daherkommt, das man manches mal schlucken muss. Und ganz hinten herum zieht sich durch die ganze Nummer ein leiser Hauch von Neils Youngs "Helpless"( manch einer erinnert sich sicherlich ).
Oh ja, „Knowing“ , das ist so ein intensiver, zarter und elegischer Song, der einen mitten ins Mark trifft und mit dem man sich ganz leicht mal eben so 6-Minuten-lang hinweg träumen kann, 6 Minuten, die einem wie eine kleine wehmütige Ewigkeit vorkommen und in denen man, wenn man nicht aufpasst, feuchte Augen bekommt.....hach..
Und ein Duett gibt es auf dieser CD auch....ein Typ namens Elvis Costello, ja wirklich, genau der, mimt hier einen rockigen Knastbruder in „Jailhouse Tears“ ( für meinen Geschmack allerdings etwas zu affektiert ), Lucinda gibt seine gänzlich unsentimentale, genervte Gefährtin... "You're a three time loser, you' re all fucked up.." ätzt sie ihn an und er muffelt irgendwas zurück - ganz klar, das sind zwei, die gemeinsam auf der Verlierer – Straße entlang schlittern.
Ein rumpeliger Song ist “Honey Bee", so richtig lässig und rotzig, den ich im letzten Jahr live von Lucinda in der Kantine Köln gehört habe...und der mich damals nicht umgehauen hat und auch heute nicht umhaut. Nein, der ist so überhaupt nicht mein Ding.
Aber dann gibt es auf der CD auch noch “Gonna make my heaven, gonna make my heaven, gonna make my own heaven..." den “Heaven Blues“ ein satter, rauer, minimalistischer Country Blues aus den Südstaaten, so, wie man ihn von der frühen Lucinda kennt. Toll.
Die Überraschung dann zum Schluß: ein AC/DC Cover!! Jawohl !!
Ja wirklich, das sage ich hiermit laut und deutlich: das hat die Lucie wieder mal ziemlich, ziemlich gut hinbekommen. Und nein..beweisen muss sie uns nichts mehr. Mit Sicherheit nicht.
Tracklist:
Real Love Circles And X's Tears Of Joy Little Rock Star Honey Bee Well Well Well If Wishes Were Horses Jailhouse Tears Knowing Heaven Blues Rarity Plan To Marry It's A Long Way To The Top
______________________________________________________________ Information is not knowledge. - Knowledge is not wisdom. - Wisdom is not truth. - Truth is not beauty. - Beauty is not Love. - Love is not Music. - MUSIC IS THE BEST. (* Frank Zappa )
Hi Rosie, kann Dir nur voll beipflichten. Mir persönlich gefällt diese CD besser als z.B. "West", da die Songs facettenreicher sind; es gibt rockige Gitarrenriffs aber auch Country und Blues. Aber eigentlich ist es gleich, was Lucinda singt - sie hat einfach eine faszinierende Stimme ...
Gruß Hans
________________________________ Von einem bestimmten Alter an bereut man nur noch das, was man nicht getan hat.