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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Konzertberichte
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

18.01.2009 13:30
Gene Taylor feat. Big Dave am 16.01.2009 im Café de Weegburg, Roermond antworten
John Hammond, The Blasters, The Fabulous Thunderbirds, Kid Ramos, Junior Watson, Kim Wilson, The Downchild Bluesband, Charlie Musselwhite, Canned Heat und vor allem James Harman wissen um die Künste des Gene Taylor an den weiß-schwarzen Tasten, denn alle haben sich diesen meisterlichen amerikanischen Pianisten und Sänger in der Vergangenheit ins Studio bzw. auf die Bühne geholt.

Gene Taylor lebt zurzeit in Belgien und da ist der Sprung über die Grenze in die Niederlande, genauer gesagt nach Roermond, nicht allzu weit. Heute Abend begleiten ihn Big Dave an Harp und Gesang, der Schlagzeuger Wilfried ‘Wuff’ Maes, beide Veteranen der legendären belgischen Bluesband «The Electric Kings» und ein junger Gitarrist mit Namen Bart de Mulder. Er mag zwar auf weniger Erfahrung als die anderen drei Herren auf der Bühne verfügen, doch die macht er „spielend“ durch gitarristisches Können wett. Wie der aufmerksame und geneigte Leser vielleicht bemerkt haben wird, fehlt der Combo eigentlich der Bassist. Eigentlich, doch sein Fehlen wird durch zwei Dinge kompensiert: 1. Gene Taylor’s linke Hand spielt autonom zur Rechten wunderbare Bassläufe, ich stehe gebannt neben dem Roland- Piano und schaue dem Meister auf die Finger und 2. Bart de Mulder verlegt sein Begleitspiel vornehmlich auf die tiefen Saiten seiner Gibson ES 335.



Der Gesamtsound ist ausgewogen, die Instrumente sind nicht per Mikro abgenommen, was bei der Größe der Location auch etwas übertrieben wäre. Gitarre und Harp werden durch zwei Fender Reverb- Amps hörbar gemacht.

Big Dave und Gene Taylor teilen sich die Gesangsparts. Wir erleben Musik von allererster Güte. Der Titel «Sugar Bee» lässt Erinnerungen an Canned Heat wach werden, Gene’s Stimme erinnert hier etwas an die vom seligen Bob Hite. Wir hören «Jambalaya», einen Titel von Hank Williams, bekannt geworden durch Professor Longhair und noch bekannter geworden durch die Interpretation von Fats Domino. «Shake, Rattle And Roll» von Jesse Stone aka Charles E. Calhoun, bekannte Versionen hier von Big Joe Turner und natürlich von Bill Haley & The Comets. Big Dave interpretiert «Hoodoo Man Blues», den schon die Electric Kings im Gepäck hatten, hier gelten Junior Wells und Sonny Boy Williamson als Urheber. Es geht weiter Schlag auf Schlag, es sind so viele Titel, wahre Juwelen aus der riesigen Schatztruhe des Blues und Boogie (- Woogie), die dem wohl gelaunten Publikum zu Gehör gebracht werden. Lee Dorsey’s «Ya Ya» zum Beispiel. Oder «Pinetop’s Boogie Woogie». Oder «Honky Tonk Train Blues». Oder… Und…Und…Und…

Es ist ein abwechslungsreiches, buntes Programm, das die vier Herrn auf die kleine Bühne des Café de Weegburg zaubern.

Nach einem anstrengenden Arbeitsfreitag ist diese Musik in diesem Ambiente für mich das geeignete Gegenmittel, um zurück zur zum Wesentlichen zu finden. Die Musik an diesem Abend ist Balsam für die Seele. Ein Zeigefinger auf das Jetzt, das in diesen Momenten so ist, wie es sein sollte. Und kaum besser sein könnte.

Selbst als das Konzert vorbei ist, die Musiker ihre Instrumente einpacken und in den Van verstauen, bleiben die meisten Leute noch auf ein paar Amstel oder Grimbergen Bier und einige Fachsimpeleien im Lokal.

Die Atmosphäre in diesem kleinen, aber feinen Bluestempel ist familiär, „man kennt sich“. Und wer sich nicht kennt, lernt sich eben kennen. Sprachprobleme gibt es nicht, Niederländisch und Deutsch, und wenn’s gar nicht geht dann eben Englisch. So einfach ist das. Und es gibt so einiges zu lachen.

Kurz vor zwei Uhr verabschiede ich mich und mache mich bestens gelaunt auf die etwa 100 Kilometer lange Heimfahrt. 100 Kilometer sind keine Entfernung für etwas, was einem das Leben heller macht, auch an dunkeln und kalten Januartagen.

Fazit 1: Gene Taylor ist immer einen Konzertbesuch wert. Wenn in der Nähe, also unbedingt nicht verpassen.
Fazit 2: Das Café de Weegburg in Roermond ist immer einen Besuch wert, für 5 Euronen Eintritt kann man hier viele Spitzenkünstler des Blueszirkus sehen und erleben. Die Liste der Leute, die dort schon gespielt haben, ist lang und wird immer länger: Die «Twelve Bar Blues Band», Rob Tognoni oder die «Juke Joints» stehen dieses Jahr beispielsweise noch auf dem Programm, so wie einige in Deutschland weniger bekannte Bluesinterpreten und -bands aus dem reichhaltigen und gut bestückten Fundus unseres „kleinen“ Nachbarn, der mir in diesen Dingen - warum auch immer - einfach größrer erscheint.

Text und Fotos © 2009 Tony Mentzel

Tony Joe Gardner
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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel

Duanemusik Offline



Beiträge: 6

19.01.2009 23:05
#2 RE: Gene Taylor feat. Big Dave am 16.01.2009 im Café de Weegburg, Roermond antworten

Klasse Bericht - als wenn man persönlich teilgenommen hätte ! Macht Appetit : Location werde ich unbedingt mal aufsuchen .
Beste Grüße . Wolfgang .

Gardner Offline




Beiträge: 2.321

20.01.2009 11:07
#3 RE: Gene Taylor feat. Big Dave am 16.01.2009 im Café de Weegburg, Roermond antworten

Tony Joe Gardner
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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

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