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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 JJBR im Gespräch mit...
Blue Bayou Offline



Beiträge: 1.115

13.12.2008 13:07
Todor Todorovic ( Blues Company) am 12.12.2008 Backstage im FZW Dortmund antworten
Nein, liebe Leserinnen und Leser, dies ist noch nicht...

...das Interview mit Todor Todorovic, dies ist jetzt erst einmal nur ein kleiner Vorgeschmack auf das Interview mit "Toscho" von der Blues Company, eine von Deutschlands ältesten, bekanntesten und erfolgreichsten Bluesbands.
Wir haben dieses Gespräch anlässlich ihres Konzertes im FZW in Dortmund am 12.12.2008 aufgezeichnet und ihr könnt es, wenn ihr mögt, bald im Jukejoint-Bluesradio hören.

Und natürlich könnt ihr es auch bald ausführlich und in voller Länge nachlesen, nämlich hier....genau an dieser Stelle.

Vorab gibt es hier und jetzt nur eine kleine Impression:

Wir sitzen bequem im Backstage Raum am großen Tisch und "Toscho" erzählt uns etwas über die
Geschichte seiner "Blues-Company", gegründet 1976 und den „Blues in Germany“, den es damals noch kaum bis gar nicht gab.
Wir erfahren etwas über die einzige auf deutsch (!) gesungene Schallplatte der Blues-Company und über die neue "Best of" CD, die kürzlich veröffentlicht wurde und die betitelt ist: "More Blues, Ballads And Assorted Love Songs".
Wir hören, wie es ist, an neuen Songs zu arbeiten, wie die Stücke entstehen und dass mancher Song 18 Jahre braucht um ein "Blues-Company-Song" zu werden und mancher nur einen Tag.

Mit wem "Toscho" und die Blues-Company zusammengearbeitet haben, welche spannenden Persönlichkeiten sie kennenlernten und was ihre nächsten Pläne sind....

....das hat er uns in diesem Interview erzählt.

More to come..

Blue Bayou
Rosie

Rosie`s website:
http://www.roswithageisler.de

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(* Frank Zappa )

Blue Bayou Offline



Beiträge: 1.115

04.01.2009 14:51
#2 RE: Todor Todorovic ( Blues Company) am 12.12.2008 Backstage im FZW Dortmund antworten
Liebe Leserinnen und Leser,

so, hier ist nun der Wortlaut des Interviews Mit "Toscho" Todor Todorovic vom 12.12.2008 im FZW Dortmund!
Viel Spaß beim Lesen!


JJBR:
Toscho, kannst du dich noch an dein erstes Radio-Interview erinnern?


Toscho:
Mein erstes Radio-Interview....ja, das war für ne Sendung, die hieß...( überlegt )...äh...“Blues am Dienstag“, ja, so hieß die... im NDR2. Die wurde dann Dienstag Nachmittags nach der Schule ausgestrahlt.
Da bin ich also damals hingefahren, ich war so was von nervös, also, morgens mit dem Zug hin, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie nervös ich war...mein Mund war ganz trocken. Ihr macht euch überhaupt kein Bild...ja...Klaus Wellershaus hieß der, mit dem ich mich getroffen habe ..das weiß ich noch. Seitdem habe ich Hunderte von Interviews gemacht.. aber dieses eine ist natürlich haften geblieben ( lacht )..ja, ich war so nervös, ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Das war ja das erste Mal für mich und das war schon ungewöhnlich. Aber es war halt ein Teil des Jobs.

JJBR:
Das war also auch die Zeit, wo du mit der Musik angefangen hast?


Toscho:
Ja, das war 1976, und kurz danach, da kam diese Sache mit dem Interview. Das war so die erste größere Geschichte damals.

JJBR:
Und wie sind die damals auf euch aufmerksam geworden?


Toscho:
Keine Ahnung, ich weiß es nicht mehr...( lacht )...das ist wirklich...Aahh...Moment ..warte mal...ja, wir hatten irgendwie auf einer Tournee gespielt, das war zu der Zeit mit Billy Boy Arnold. Und mit Billy Boy Arnold waren wir auch in Hamburg, im Onkel Pö, für den NDR und das ist dann auch mitgeschnitten worden. Genau. Und so haben sie uns kennen gelernt und so kam das Interview dann zustande.

JJBR:
Ihr habt ja früher auch andere Musiker begleitet.


Toscho:
Ja, so die ganzen Kollegen, die damals als Solisten rüberkamen, die haben wir dann so quasi begleitet. Das war aus Kostengründen, es war halt billiger für die Agentur, uns mal zu nehmen, als drei, vier Musiker noch zusätzlich einzufliegen.
An Sunnyland Slim kann ich mich gut erinnern und Billy Boy Arnold, wie ich schon sagte. Und wie hieß noch mal der Pianist mit der Augenklappe?

JJBR:
James Booker


Toscho:
Genau...James Booker, ja mit dem haben wir viel gemacht. Ja mit Willy Mavon haben wir gespielt... .Herrgott, ich vergess die ganzen Namen ( lacht ).
Also...Mit ner ganzen Reihe jedenfalls. Das war damals sehr gut und wichtig für uns.
Zum einen überhaupt mit Leuten zu spielen, die diese Musik wirklich mit der Muttermilch aufgesogen haben Und die das Ganze auch schon professionell machten und die auch schon Erfahrung hatten und die eben halt aus Amerika kamen und auch schon bekannt waren.
Denn diese Bekanntheit, die kam ja nicht von ungefähr, sondern die hatte natürlich auch ihren Grund gehabt. Und mit solchen Leuten Musik zu machen, das war schon ganz gut.

JJBR:
War denn die Blues-Akzeptanz damals, Ende der 70er Jahre größer als heute?


Toscho:
Also....( überlegt )...ja, doch, ich würde sagen JA. Das war schon...obwohl es auch schwierig war wegen der großen Konkurrenz, die da war. Also, viele anderen Musiker waren ja populärer als das, was wir machten. Punk war ziemlich angesagt damals. Die neue deutsche Welle kam...
Trotz alledem gab es speziell unter diesem studentischen Publikum eine ganze Menge Leute, die sich für den Blues interessiert haben. Und oft genug sind es ja dieselben Leute geblieben. Die sich damals dafür interessiert haben, die interessieren sich auch heute noch dafür.
Obwohl...Trotz alledem war es schwierig.. weil...wir haben in sehr vielen kleinen Clubs gespielt, eigentlich mehr in Kneipen, in kleinen Jazz Clubs, sei es alleine oder mit den bekannteren Leuten.
Es war so der Beginn...die Leute in Deutschland fingen gerade an, sich für Blues zu interessieren. Für die zumindest in der damaligen Zeit war es was Neues, was Spannendes.

JJBR:
Vor allem in Punkto deutsche Blues Bands...
T

Toscho:
Jaja. Klar, ich sag das immer wieder. Vor uns gab es eigentlich nur das Dritte Ohr, die so was professionell gemacht haben.
Und ich kann mich ganz genau daran erinnern an die ersten Male, wo ich die Kollegen gehört habe und wo wir dann auch mit denen gespielt haben. Das war schon ne große Sache. Und die haben ja damals auch schon auf deutsch gesungen.

JJBR:
Aber ihr habt immer englisch gesungen?


Toscho:
Nein, nein. Wir haben zwischendurch mal ne deutsche Platte gemacht. Die hieß: „Ich hab den Blues schon etwas länger“ . So wie das Buch, das jetzt herausgekommen ist. Die Texte hat damals Manfred Miller geschrieben, vom Südwestfunk. Und ich oder wir haben sie damals dann vertont. Aber das war für uns ein einmaliges Experiment.

JJBR:
Warum seid ihr davon weg?


Toscho:
Es hat sich für uns nicht gelohnt.

JJBR:
Das Dritte Ohr macht es aber immer noch


Toscho:
Jaja. Aber für uns hat sich das nicht gelohnt.
Und außerdem, ich muss euch ganz ehrlich sagen – Deutsch ist ja nicht meine Muttersprache.
Und ich hab schon Schwierigkeiten gehabt, auf deutsch zu singen. Englisch singen fiel mir immer leichter.
Von vornherein habe ich ja englisch gesungen. Für diese eine Platte habe ich zum ersten Male überhaupt auf deutsch gesungen. Und es ist schon ein Unterschied, ob man eine Sprache nur spricht oder sie auch singt. Und ich finde auch, zumindest in der damaligen Zeit war Deutschland irgendwie auch noch nicht ganz so weit.
Weil, es gab damals eigentlich nur deutsche Schlager, die liefen auf deutsch und Rockmusik lief damals eben auf englisch. Es kam dann irgendwann die neue deutsche Welle, wo dann erstmalig wirklich in Westdeutschland die deutsche Sprache in der populären Musik verwendet wurde.
Das war sehr im Gegensatz zu der DDR, wo immer schon deutsch gesungen wurde. Und zwar nicht nur seichte Musik, sondern auch Rockmusik mit Tiefgang. Das war hier nicht der Fall. Hier gab es ein paar Leute, die Chansons gesungen haben.
Aber die ganze Entwicklung der Rockmusik, der rockigen Musik, die auf deutsch gesungen wird, das fing ja erst in den 80er Jahren an.

JJBR:
Auch Mundartsachen.


Toscho:
Ja. Ich glaube, das ist einfacher zu singen als das genaue Hochdeutsch.
Da gab`s ja da diesen Bayer hier, der hat auch so Mundartsachen gemacht ...Willy Michel, klar. Logisch. Ich hab`s noch nie probiert, aber ich könnte mir vorstellen, dass es leichter ist, bayerisch zu singen als hochdeutsch.
Also, wir haben nur den einen Versuch gemacht. Die Platte hat sich auch nicht gut verkauft. Wir waren dann auch ziemlich schnell so weit, dass wir sehr bewusst auch im Ausland spielen wollten und auch gespielt haben
Und da kannst du mit `ner deutschen Platte nichts werden.
Und aus diesen vielen Gründen sind wir wieder aufs englische zurückgegangen und das hat sich auch für uns als gut erwiesen.
Denn ich meine, wir verkaufen ja unsere Platten weltweit.
Im Gegensatz zum Ohr. Die verkaufen ihre Platten nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz und unsere Platten stehen in Amerika im Plattenladen. Und auch in Frankreich und sogar in Korea gibt’s unsere Platten und in Japan...überall..

JJBR:
Aber in Japan habt ihr noch nie gespielt?


Toscho:
( lacht )...Nein, nein. Das ist schon ziemlich weit weg. Da muss man auch zuerst mal hinkommen, weisste? Ausserdem esse ich nicht gerne rohen Fisch. Dieses Sushi...also, nein, das können sie dort alleine essen...( lacht ).

JJBR:
Gibt es etwas Neues bei euch?


Toscho:
Wir haben jetzt kürzlich eine „Best Of“ herausgebracht, vor ein paar Wochen oder Monaten.
Und wir arbeiten jetzt schon wieder an einer neuen CD. Wir sind fleißig dabei. Wir sind im Probestadium und das dauert bei uns immer etwas länger.
Und ich nehme an, dass wir so im Sommer aufnehmen werden. Und es kann sein, dass die CD schon im Herbst herauskommt. Also...aber das ist so eine Sache, die habe ich nicht zu entscheiden. Das macht halt die Plattenfirma. Aber wir müssen halt vertragsgemäß alle eineinhalb bis zwei Jahre eine neue Platte herausgeben. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Also, das sage ich dir. Das war jetzt unsere 23. oder 24...ich weiß es nicht. Das wird ja immer schwieriger.

JJBR:
Vor allem, da immer wieder etwas Neues zu schaffen
.

Toscho:
Ja, vor allen Dingen sich nicht zu wiederholen, das ist schon gar nicht so einfach. Denn man vergisst doch `ne ganze Menge von dem, was man so gemacht hat. Man hört seine eigene Musik ja auch nicht ständig.
Und ja, da muss man am Ball bleiben. Aber das ist ja auch schön. Das macht ja auch Spaß. Das ist ja auch ein Teil des Jobs. Und neue Musik zu kreieren, das ist ja auch ein sehr spannender Prozess. Da rennst du manchmal wirklich ein paar Wochen lang wie angestochen durch die Gegend, hast nur dieses eine Stück im Kopf und bist am basteln und am überlegen, wie machst du das, machst du das so oder so...
Es ist schon gut.

JJBR:
Wie funktioniert der Prozess? Passiert der in der Band?


Toscho:
Ja, aber die Grundidee, die bastelt sich einer alleine zusammen, entweder Mike oder ich und dann proben wir gemeinsam. Und dann probieren wir es so oder so zu spielen und dann ist es entweder gut oder es ist scheiße.
Eins von beiden.
Hahaha....wir basteln uns ein neues Lied. Bastelanweisung....( Gelächter ).
Nee, das ist einfach immer wieder ausprobieren, ausprobieren und dann muss man es auch gleich aufnehmen, weil man so was oft dann auch gleich vergisst.
Und dann muss man das auch noch...wenn man sich entschlossen hat, das so oder so zu machen, dann muss man es ja noch einstudieren, denn man kann es ja nicht sofort perfekt spielen. Und dann muss man es auch noch live ausprobieren um zu sehen, wie so was ankommt.
Denn was nützt es, ein Stück zu schreiben, wo die Leute dann alle da stehen und du die ganzen Fragezeichen über den Köpfen siehst und merkst, die können damit nichts anfangen.. so was sollte man dann nicht unbedingt veröffentlichen.

JJBR:
Und was ist zuerst da? Die Musik?


Toscho:
Bei mir zuerst der Text.
Ich muss den Text erst sehen. Ich muss den Text lesen und dann entwickelt sich die Musik. Manchmal schnell.
Manchmal dauert es Jahre oder sogar Jahrezehnte.
Wir haben jetzt ein Stück eingeübt, ich glaube, da habe ich vor zwanzig Jahren angefangen, daran zu arbeiten. Ich mach mir immer so kleine Notizen, wann ich an dem Stück was gemacht habe, und da war eines dabei...ich will mich nicht festlegen, das ist so siebzehn oder achtzehn Jahre her, das ich angefangen habe, mich mit dem Stück zu beschäftigen.
Und jetzt habe ich es, jetzt ist es soweit. Und jetzt ist es auch gut.
Und dann gibt’s aber auch andere Nummern, die sind in innerhalb von ein paar Minuten entstanden. Und das sind nicht die schlechtesten. Davon abgesehen.
Das sind die...da liest du so einen Text...und dann kommt BUMMS, mach mal das, mach mal das...und ZACK...fertig.
Zum Beispiel auf unserer letzten Platte ist so eine wunderschöne Ballade drauf, „Dark Day“ heißt die. Ich kann mich noch erinnern, wie die entstanden ist.
Wir haben nur zu dritt geprobt. Mark war da, Flo war da. Und wir hatten was anderes geübt und waren eigentlich schon fertig mit den Proben und wollten eigentlich schon aufhören...da hab ich zu Mike gesagt: „Warte mal, warte mal.. probier doch mal das und das zu machen..“ und Mike hat das Ding gespielt, Flo hat ein bisschen was dazu gespielt - ich kam mit dem Text raus, hatte gleich die Melodie im Kopf, aufgenommen....fertig.
Und das habe ich zufällig neulich gesehen, bei itunes.. da läuft das wie bekloppt, das wird da ständig runtergeladen.
Aber ja, das war so ein Ding, das war ein absoluter Schnellschuss. Und andere Sachen....die dauern fast Jahrzehnte.

JJBR:
Vielen Dank für das Interview, Toscho. Sag, kannst du uns noch einen Gefallen tun? Noch einen Gruß für unsere Hörer zurücklassen?


Toscho:
Ja klar, sehr gerne...

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(* Frank Zappa )

Dorah Offline



Beiträge: 76

05.01.2009 09:50
#3 RE: Todor Todorovic ( Blues Company) am 12.12.2008 Backstage im FZW Dortmund antworten

Hi Blue Bayou, danke für das ausführliche Interview. So lernt man die Musiker doch etwas mehr kennen, als wenn man sie nur auf der Bühne sieht oder auf CD hört. Insbesondere über ihre Ideen und den Stellenwert der Musik bei ihnen. Das finde ich echt interessant bei Musikern, die schon so lange im Geschäft sind und sich nicht nur auf ihren Lorbeern ausruhen. Es war echt interessant zu lesen.
Gruß von Dorah

Gardner Offline




Beiträge: 2.321

14.04.2009 17:08
#4 RE: Todor Todorovic ( Blues Company) am 12.12.2008 Backstage im FZW Dortmund antworten

Hier eine Bezugsquelle für Titel von Toscho Todorovic und der Blues Company:







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Tony Joe Gardner
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