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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Konzertberichte
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

09.12.2008 16:56
Vargas Blues Band am 07.12.2008 im Okie Dokie in Neuss antworten
Um zur Bühne zu gelangen, müssen sie sich erst einen Weg bahnen durch das eng gestaffelte Publikum. Es ist kurz nach 20Uhr an diesem Sonntagabend in Neuss. Die vier Männer haben es unter lautem Jubel geschafft, die Bühne zu erklimmen. Was jetzt beginnt, ist ein etwa dreistündiges Konzert, bei dessen Ende ich sagen werde: „Wow. Es hat sich gelohnt, über 100km anzureisen und 18 Euro Eintritt zu investieren.“

Ich habe einige Konzerte besucht in den vergangenen Monaten. So stelle ich mir oft die Frage, was ist denn nun und gerade bei diesem Konzert anders und besonders im Vergleich zu den Vorherigen?

Ist es dieses Mal Javier Vargas’ Gitarrenspiel, Tim Mitchell’s Gesang? Luis Mayo’s Bassspiel oder dessen Gesang oder ist es Peter Kunst mit seiner Art das Schlagwerk zu bedienen?

Ich denke, dass es wie jedes Mal nicht die Einzelcharaktere ist, sondern die Chemie zwischen den Agierenden. Das Gemisch der Fähigkeiten und Persönlichkeiten.

Ich vermute, über die Virtuosität eines Javier Vargas an der Gitarre brauche ich nicht viele Worte zu verlieren. Sie steht und fällt in keiner Sekunde hinter den Erwartungen zurück. Er beherrscht alle von ihm angeschlagenen Stilarten. Das reicht vom schwärzesten Blues über Bluesrock und Latino bis hin zum Hardrock. Kurz: Ein Meister des Fachs Gitarre. Basta.

Seine Mimik verrät, dass er in seinem Spiel aufgeht. Die Augen hat er meist geschlossen. Javier Vargas wirkt in sich gekehrt, introvertiert und immer auf der Höhe des Geschehens.

Ganz anders Tim Mitchell. Ein wahres Showtalent. Die sprichwörtliche „Rampensau“. Er gestikuliert, mimt, tanzt, schreitet, dreht sich um die eigene Achse, gibt den Clown. Aber alles wirkt so natürlich und leichtfüßig, man bekommt keine Sekunde den Eindruck, hier sei etwas aufgesetzt.

Dazu ist dieser Mann noch mit einer Stimme gesegnet, die es in ihrer Variationsmöglichkeit locker mit der eines Al Jarreau aufnehmen kann. Da ist alles drin, die ganze Bandbreite vom Falsettgesang bis hinunter in die Tiefen eines Barry White. Ob er nun leise oder laut, sanft oder rau singt, er weiß mit seiner Stimme zu spielen. Es macht Spaß, ihm zuzuhören und zuzusehen.



von links nach rechts: Javier Vargas - Tim Mitchell und Javier Vargas - Luis Mayo

Auf der Setliste stehen Songs wie: «Big Boss Man», «Texas Tango», «Black Cat Boogie», «No pasa nada» oder «Thank You», ein Cover des Titels von Sly and the Family Stone.

Bassisten stehen zu Unrecht oft im Schatten der anderen Akteure auf einer Bühne. Es mag sein, dass dieses ihnen oft angenehm ist, nicht so im Rampenlicht zu stehen. Sie tun brav ihren Job und dienen somit dem Großen und dem Ganzen.

Anders heute Abend: Luis Mayo, der Mann aus Argentinien und bisheriger Backgroundsänger, tritt für einige Songs ans Mikrofon. Tim Mitchell hat die Bühne verlassen und ihm damit den Hauptgesangspart überlassen.

«Amor Verdadero» Luis Mayo singt auf Spanisch. Die wahre Liebe. Jetzt kommen bei den Songs die Latinoadern durch. Luis singt mit solchem Charme und solcher Inbrunst, dass man schon automatisch nach Tränen stillenden Hilfsmitteln sucht. Dem Gesamtsoundbild täte hier ein Percussionspieler gut. Aber so ist es wie es ist und es immer noch mehr als gut.

Gegen Ende des Konzerts bekommt jeder Mitspieler in der Band noch sein Solopodium, hier dann eine gelungene Vorstellung von Peter Kunst an den Drums, dann ein Solo von Luis Mayo mit angezerrtem Bass, das aber fast noch getoppt wird vom Basssolo des Herrn Mitchell, der das Instrument von Luis Mayo übernimmt und mal so eben ein Bassgewitter aus den Händen schüttelt, das überrascht. Er ist ein wirklicher Tausendsassa, dieser Tim Mitchell. Wie er hier slapt und groovt. Dabei geht die G- Saite zu Bruch.

Für den nachfolgenden und letzten Titel des Konzerts: «Rock Around The Clock» muss sich Luis Mayo nun mit den verbliebenen drei Saiten genügen. Für ihn allerdings absolut kein Problem, souverän bringt er den Titel zu Ende und zeigt gleichzeitig, dass im Bassbereich nicht unbedingt ein Fünf- oder gar ein Sechssaiter von Nöten ist.

Fazit: Ein tolles Konzert mit ebenso toller Bühnenshow, vier gut aufgelegte Musiker und ein mitgehendes Publikum. Was will man mehr an so einem Konzertabend als gute Unterhaltung. Und die hatten alle, die da waren.
Unbedingt nicht verpassem, wenn in der Nähe....

Text und Fotos © Tony Mentzel

Der Link zur Vargas Blues Band Homepage...

...oder zur MySpace- Seite der Band

Tony Joe Gardner
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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel

HRVolker Offline




Beiträge: 727

09.12.2008 17:42
#2 RE: Vargas Blues Band am 07.12.2008 im Okie Dokie in Neuss antworten

Dazu noch ein bißchen was von mir, ich war einer des eng und dicht gestaffelten Publikums.
Mit dieser Art des Bluesrocks, meistens immer auf die " Zwölf ", gewann die Vargas Blues Band an diesem Abend jeden Preis des ganz schön schon mitgehenden Auditoriums.
Auch ich fand das, was da auf der Bühne geboten wurde, gut abgehehend und showig und heftig.
Klasse Gitarre, mir vielleicht ein bißchen zuwenig " spanisch " klingend, Gesang in Verbindung mit Show und Animation großartig, Bass und Gesang immer auf gleicher Höhe bleibend und Schlagzeug in hohem Boogiebereich, sprich knallig.
Ein feiner Bluesrockabend.
Gruß aus Hilden,
Volker, der Bartrockige

http://volkerseinezeilen.blogspot.com/

Gardner Offline




Beiträge: 2.321

11.12.2008 21:31
#3 RE: Vargas Blues Band am 07.12.2008 im Okie Dokie in Neuss antworten

Tony Joe Gardner
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