Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

zum Radio | JJBR bei MySpace |

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 1.491 mal aufgerufen
 Konzertberichte
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

14.10.2008 01:12
Reverend Rusty & The Case am 10.10.2008 auf Burg Satzvey antworten
Der rote VW- Bulli mit Müncherner Kennzeichen steht auf dem Burghof. Mit ihm sind sie heute direkt aus der Bayrischen Hauptstadt hergekommen. 600 Kilometer, um den Blues in der Eifel zu predigen.

Jetzt stehen sie auf der Bühne des Bourbonensaals der Burg Satzvey. Reverend Rusty (Gizarre(n), Mandoline und Hauptstimme), C.P. (E-Bass, Kontra- Bass, Tuba und Stimme) und Al Wood (Drums, Cajón, Percussion und Stimme). Kurz: Reverend Rusty & The Case .

Live gesehen habe ich sie bisher noch nicht, jedoch viel Gutes gehört und, wenn man sich ihre DVD aus dem Jahr 2005 anschaut, hat man in etwa eine Ahnung, was einen erwartet.

Und diese Erwartungen werden von Beginn an erfüllt. Straighter Blues(rock) in bester Powertrio Manier. Aber es sind auch durchaus Stilwechsel möglich. «Down in Louisiana» zum Beispiel instrumentiert mit Dobro, Kontrabass und Percussion bestehend aus Cajón, einem Schellenring, den sich Al Wood um den linken Oberschenkel gebunden hat, im rechten Socken hat er noch Rhythm- Eggs verstaut. Al’s Hände traktieren die Vorderseite des Cajóns, die Füße wippen, stampfen im Takt. Und schon hat man soundmäßig eine komplett andere Band vor sich, die dann auch «Hand Made Music» spielt.

Die meisten Songs entspringen der Feder von Reverend Rusty. Doch es finden sich auch einige Klassiker «I Can’t Be Satisfied» oder «Lucille». Der Knaller für mich ist die Version von Rory Gallagher’s «Going To My Hometown», hier steht, klar, Rustys Mandoline im Vorgergrund.

Irgendwann ist Pause und irgendwann ist auch Schluss. Als ich dann verstohlen auf die Uhr blicke, ist es kurz vor Mitternacht. Zirka drei Stunden Blues, Bluesrock, Zydeco vom Feinsten und man könnte sicher noch ein paar Schubladen öffnen und sie mit Stilrichtungen füllen. Aber was spielt das bei einer solchen Band schon für eine Rolle, alles, wirklich alles, was sie angehen, hat Hand und Fuß, Feeling und Groove.

Handwerklich gesehen gibt es bei keinem der Drei auf der Bühne etwas zu meckern. Jeder auf seinem jeweiligen Instrument weiß, wie damit umzugehen hat, um das Gesamte zu einer Einheit zu verschmelzen.



Trotz (oder gerade wegen) der langen Jahre „on the road“ haben sie nichts an Spielfreude und Spielwitz eingebüßt. Es macht die ganze Zeit über gute Laune der Combo aus München zu lauschen.

Der Sound ist klasse, eigenhändig abgemischt vom Reverend über den Powermischer rechts von ihm am Bühnenrand. Die Jungs sind alles zugleich: Musiker, Mischer, Fahrer, Roadies.

Sie gönnen sich eine kleine Pause nach dem Auftritt, ein kurzes Bier, dann wird der Bulli vorgefahren, werden Arbeitshandschuhe übergestülpt und die Anlage und Instrumente verladen.

Morgen geht’s nach Worms und dann wieder das Gleiche: Entladen, aufbauen, spielen, abbauen, einladen. Rock’n’ Roll Reality.

Ich kann mir ein nostalgisches Grinsen nicht verkneifen. Es kommt mir alles irgendwie bekannt vor. Verrückt genug muss man schon sein, um diesen Job zu machen. Und wenn der insgesamt so gut gemacht wird, wie bei dieser Truppe, kann man sagen, dass diese gewisse Verrücktheit sich auszahlt, wenn auch nicht immer und direkt in barer Münze. Sie bringt uns, die wir längst genug haben vom Einheitsmusikbrei der Fernseh- und Radiosender, die sich längst dem heiligen Format der breiten Masse unterworfen haben, ein paar Stunden Freude und Musikgenuss, eben «Hand Made Music».

Dafür möchte ich an dieser Stelle all den „Verrückten“ danken, die genau das mitmachen: Musikern, Veranstaltern und Zuschauern. Gemeinsam können wir etwas bewegen. Auch in diesen finanzarmen Zeiten.

Packen wir’s also an. Veranstalter, bietet ihr die Bühnen. Musiker auf die Bühnen. Und Publikum davor. Und dann bitte gerne ein paar mehr als die etwa 50-60 Leute an diesem Freitagabend. Denn für das, was ihr verpasst, gibt es keine Alternative.

In dem Sinne: Wenn der Reverend irgendwo in eurer Nähe zur Predigt lädt, unbedingt nicht verpassen.

Text und Fotos © Tony Mentzel

Tony Joe Gardner
__________________________________________________
„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel

eifelblues Offline




Beiträge: 113

15.10.2008 14:03
#2 RE: Reverend Rusty & The Case am 10.10.2008 auf Burg Satzvey antworten

Hier noch die Konzertkritik des Kölner-Stadt-Anzeigers vom 14.10.2008

Wohl bekomm's!

eifelblues

Angefügte Bilder:
reverendrustyksta2.jpg  
route61 Offline



Beiträge: 20

15.10.2008 22:44
#3 RE: Reverend Rusty & The Case am 10.10.2008 auf Burg Satzvey antworten

Ja Tony,

das war wirklich aussergewöhnlich (gut), was die uns geboten haben. Von der ersten bis zur letzten Minute hörenswert. Eine echte eingespielte Band mit einer Vielfalt an Stilen und Instrumenten, wobei der Schwerpunkt auf dem Blues zu liegen scheint.

Highlight war für mich auch "Going to my Hometown" mit Mandoline, Cajon und Tuba. Nicht nur ein Ohren-, sondern auch noch ein Augenschmaus. Aber auch die Zugabe, tierisch fetzig und druckvoll, fand ich Spitze.

Ich hatte mich lange vorher gefreut, die drei wiederzusehen, diesmal von Anfang an. Sie haben mich komplett überzeugt. Enttäuscht war ich allerding, daß der Andrang so gering war. Und das an einem Freitag.

Erfreulich fand ich allerdings, dass das JJBR so reichlich in der Zuhoererschaft vertreten war.

Fazit: Leute merkt Euch einen Bandnamen gut "Reverend Rusty and the Case". Die haben es drauf.


















































man lebt nur einmal

Gardner Offline




Beiträge: 2.321

05.11.2008 09:32
#4 RE: Reverend Rusty & The Case am 10.10.2008 auf Burg Satzvey antworten

Tony Joe Gardner
__________________________________________________
„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel


Gardner Offline




Beiträge: 2.321

05.11.2008 09:33
#5 RE: Reverend Rusty & The Case am 10.10.2008 auf Burg Satzvey antworten

Tony Joe Gardner
__________________________________________________
„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel


 Sprung  
Xobor Forum Software von Xobor
Einfach ein eigenes Forum erstellen