Kinder berühmter Eltern haben es schwer, au den künstlerischen Schatten der Altvorderen zu treten. Ihr Tun wird immer verglichen mit dem Tun ihrer Vorfahren. Wenn der Vater Gregg und der Onkel Duane heißen und dazu der Nachname noch Allman lautet, lasten das Erbe und die damit verbundenen Erwartungen schwer.
Und nun steht er vor mir keinen Meter entfernt. Devon Allman. Seine Gibson Les Paul im Sunburst- Finish trägt eine handschriftliche Widmung von eben diesem einem Urvater der elektrischen Gitarren „To Devon Keep Rocking Les Paul“. Diese wunderbare Gitarre findet ihre Verstärkung in einem Marshall- Stack.
Devon Allman’s Honeytribe besteht hier und heute aus eben Devon an der Gitarre, am Bass Pedro Arevalo, der auf dem Album einige Gitarrensoli beisteuert, Jack Kirkner an der Hammond XK3c und Mark Oyarzabal an den Drums.
«Mahalo» von Devon’s Debutalbum «Torch» ist der erste Titel, den wir zu hören bekommen. Ein Instrumental, das aus der Feder von Carlos Santana stammen könnte. Sauber gespielt, das WahWah- Pedal kommt zum ersten Einsatz. Mehr Effekte gibt’s auch nicht, ein Stimmgerät und ein A/B- Schalter für die Kanäle am Amp bilden mit dem WahWah das Trio der Bodeneffektgeräte.
Devon spielt sich durch die Titel seines ersten Silberlings, doch auch Klassiker wie «Midnight Rider», das dann in ein Zitat von «Mountain- Jam» übergeht, fehlen nicht.
Die vier Herrn auf der Bühne verstehen durchaus ihr Handwerk, der Funke scheint wohl auf den Großteil des Publikums überzuspringen, allein bei mir kommt er nicht an. Ich frage mich die ganze Zeit, woran das wohl liegen mag: In manchen Songs sehne ich eine 2. Gitarre herbei oder mal ein Slide- Solo zur Abwechslung. Stilistisch lässt sich die Musik von Devon nicht einordnen. Das muss gewiss kein Manko sein. Aber ein stetiges Hin- und Herpendeln birgt auch die Interpretation der Ziellosigkeit. So darf es manchmal wohl Southern- Rock sein (in einem Gitarrensolo klingt kurz als Zitat «Jessica» an), dann wieder etwas Bluesiges, etwas Rockiges, ja, und selbst vor Bob Marley’ s «No Woman, No Cry» (für mich auch schon auf der CD ein großes Fragezeichen) gibt es kein Entkommen. Den Leuten im Bourbonensaal der Burg Satzvey gefällt’s. Bei mir stellt sich Schulterzucken ein. Ich vermag nicht zu sagen, woran es liegt, ist es der Jetlag, die Umbesetzung in der Band? Irgendwas fehl und ist nicht stimmig.
Pedro Arevalo’s Bassspiel ist klasse, das beweist er in einigen Soloeinlagen, da bricht der Gitarrist durch. Mark Oyarzabal ist eine präzise Rhythmusmaschine, sehr facettenreich im Spiel. Die Keyboardeinlagen sind allesamt bestens gespielt und über Devon’s Gitarrenarbeit gibt es nichts zu meckern. Allerdings habe ich selten einen so extensiven Einsatz des WahWah- Pedals erlebt.
Nein, natürlich habe ich kein Konzert à la Allman Brothers erwartet. Ich kenne schließlich die CD, die ich im Großen und Ganzen als gelungen bezeichnen möchte. Ich möchte Musik auch nicht in Schubladen stecken. Aber schön wäre eine Entscheidung entweder für Fisch oder für Fleisch. Weiteres Analysieren hilft hier jetzt nicht weiter. Es ist ein persönlicher, ganz persönlicher Eindruck und der hält an auch am 2. Tag nach dem Konzert. Vielleicht zeigt die 2. CD, die in Arbeit ist, ja neue Wege auf.
Fazit: Einen Besuch bei einem Konzert von Devon Allman & Honeytribe kann man dennoch durchaus empfehlen.
Tony Joe Gardner __________________________________________________ „Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs
"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel
Weil ich mich nicht setzen will auf Konzerten (also wirklich, da weigere ich mich immer noch), stelle ich mich, wie immer, vor die Bühne. Zweite Reihe diesmal, die erste Reihe ist nämlich schon besetzt, vor mir steht eine Dunkelhaarige im Häkelpullover, daneben ein besorgter Erziehungsberechtigter, der seinem ca. Neunjährigen den Cowboyhut zurechtrückt, ein Trupp fachsimpelnder Grauhaariger in Rockshirts, erwartungsvolle Teenies und einige unverwüstliche Bekannte, die ich immer wieder gerne auf entsprechenden Konzerten antreffe.
Oh ja, der Laustärkepegel ist hoch, als die vier Jungs (einer fehlt) der „Devon Allman & Honeytribe“ auf die Bühne springen und sogleich bollernd mit „Mahalo“ loslegen, so, als hätten sie das Wort „jetlag“ ( sie sind ganz frisch über den großen Teich gekommen) noch nie gehört. Ich war gespannt auf diese Band, auf Devon Allmann, unübersehbar und unverkennbar der Sohn von Gregg Allmann, Mitglied der legendären Allmann Brothers, der Helden meiner Kinder- und Jugendtage, die auch heute noch immer wieder auf Tour sind.
Devon Allmann also, Mark Oyarzabal (drums), Pedro Arevalo ( diesmal nicht an der 2. Gitarre, sondern am Bass) und Jack Kirkner (keyboards), hochgelobt und verglichen mit Gov`t Mule - ja, sie machen ihre eigene Musik und zwar in stilistischer Vielfalt: Blues-Boogie-Rock, mal mehr Rock, mal mehr Blues, etwas Calypso, etwas Reggae, ein wenig Southern – und sie präsentieren ihre Songs, eigene und Cover-Versionen ( z.B. „No Woman, no Cry“ ), durchaus locker, unbeschwert, selbstbewusst und spielfreudig.
Allerdings hat mir an diesem Abend die 2. Gitarre gefehlt, obwohl Pedro Arevalo mit ellenlangen Dreadlocks, Sonnenbrille, Mütze und gestreiftem Hippie-Hemd diesmal ganz hervorragend und lässig den Bass bedient.
Zu zwei Zugaben werden die Jungs herbeigeklatscht, Jack Kirkner hat zwischendurch grad mal Zeit, sich an der Bar einen Humpen Bier zu holen und Devon nutzt die Minuten zum Trockenrubbeln seiner blonden Allman-Haare.
Und anschließend kann man sich dann noch in die Schlange stellen, in der nun auch die Zuhörer aus den lärmgeschützteren Gefilden gesichtet werden, um die Cd „Torch“ zu erwerben und sie sich dann natürlich auch gleich signieren lassen. „Lass dir auf deinen Cowboyhut unterschreiben,“ schärft der Erziehungsberechtigte seinem ca. Neunjährigen ein, der brav zum Merchandising-Tisch trottet und stolz verrichteter Dinge wieder zurückkommt.
Ja wirklich, Konzerte heutiger, aktueller Bands empfinde ich regelmäßig als eine sehr erfrischende und anregende Sache, und das sowohl vom musikalischen, als auch von der Mischung und den Reaktionen des Publikums her.
______________________________________________________________ Information is not knowledge. - Knowledge is not wisdom. - Wisdom is not truth. - Truth is not beauty. - Beauty is not Love. - Love is not Music. - MUSIC IS THE BEST. (* Frank Zappa )
War der Herr oder die Dame Redakteur des Kölner Stadt-Anzeigers bei dem Konzert dabei? Dann hätte er oder sie sehen müssen, dass beileibe nicht George Potsos den Bass bediente, sondern Pedro Arevalo, ( der völlig anders aussieht als George Potsos ).
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Die Journalisten orientieren sich an den Angaben, den sie aus dem Bandinfo haben. Ist das nicht aktuell, übernehmen sie auch die falschen Namen. Kann man leider nicht ändern.
Tony Joe Gardner __________________________________________________ „Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs
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