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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Konzertberichte
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

28.08.2008 20:42
Blues, Schmus & Apfelmus in Laubach vom 22.08. bis 24.08.2008 antworten
Wie jedes Jahr zur Apfelerntezeit findet Ende August im oberhessischen Laubach das Festival unter dem Namen «Blues, Schmus & Apfelmus» statt. Auf vier Bühnen, die in Zelten untergebracht sind, spielen diverse Bands und Solokünstler. Der Event findet im weitläufigen Laubacher Schlosspark statt. An den verschiedensten Ständen gib es reichlich feste wie flüssige Nahrung, darüber hinaus kann man von der Bluesharp über akustische Gitarren und Mandolinen bis hin zu Tonwaren, Fellen, Obstschnäpsen und Kinderspielzeug alles Mögliche käuflich erwerben. Das Ganze erhält so einen Volksfestcharakter.
Und es ist auch da: Das Volk. Groß und Klein. Kind und Kegel. Alt und Jung. Mann und Frau. Im Vorjahr hatte man über die drei Festrivaltage über 20.000 Besucher. Der Blues im Nischendasein?
Selbst zeitweise doch kräftige Regenschauer können die Zuschauerströme nicht bremsen. Die Zelte mit den Bühnen sind mehr als gut besucht, oft findet man dort kaum noch Platz.

Das musikalische Programm ist vielfältig und deckt einige der weitläufigen Facetten der Bluesmusik ab. Chicago Blues, Rockabilly, Jazz, Funk, Country Blues, Mundartblues...

Man hat wie oft auf solchen Festivals die Qual der Wahl, weil natürlich Vieles gleichzeitig passiert.

Darum beschränke ich mich in den folgenden Kommentaren auf einige der Programmpunkte.

Freitagabend
Noch etwas ziellos pendeln wir von einem Schauplatz zum anderen. Bis uns eine gewaltige Stimme bremst. Im «Apfelweinzelt» stehen « Big Walter And The Neighbourhood» auf der Bühne. Chicago Blues ist angesagt. Big Walter heißt eigent- und bürgerlich Guido Walter Molzberger, der Name „Big Walter“ ist eine Anspielung auf den famosen Little Walter. Guido "Big" Walter hat eine Mordsstimme, Gestik und Mimik unterstreichen das Feeling, mit dem er Titel wie «Let The Good Times Roll», «My Babe», «Got My Mojo Working» interpretiert. Besonders gut gefallen haben mir «T-Bone Shuffle» und «Caledonia». Die Show dauert bis kurz vor Mitternacht und ist ein würdiger Auftakt für ein tolles Festival.



Samstagnachmittag

Es spielen die Boptown Cats aus Marburg. Besetzung: Gitarre, Kontrabass, Drums, Orgel. Musik von Buddy Holly, Elvis, Stray Cats, Jerry Lee Lewis, Bill Haley. Damit ist die Marschrichtung klar. Rock, Rockabilly, Rock’n’Roll. Gut gemacht, gut gespielt, gut gesungen. Einzig störend find ich die Zwischenkommentare der Bandmitglieder, die allzu oft unter die Gürtellinie zielen, aber bei einigen Zeitgenossen im gut gefüllten «Apfelweinzelt» Schenkel klopfende Freude finden. Nun ja, vielleicht sollte man einfach nur die Musik für sich sprechen lassen. Denn die ist klasse.

Samstagabend

Die «Bluesbenders» stehen auf dem Programm. Und die Kür der Äppelwoi- Königin. Back to the roots. Das heißt die Bluesbenders spielen ihren Opener «Caledonia». Dann Cut, herb, aber herzlich. Die Honoratioren betreten die Bühne und die Bluesbenders erst einmal ab. Laudatio. Und die Vorsitzende der lokalen Landfrauen spricht. Nadine ist die Auserkorene, die ab jetzt als Apfelweinkönigin des Kreises Gießen regiert. Das Komitee lässt sich nicht lumpen und spendiert ein ganzes Fass Apfelwein, an dessen Leerung wir uns dann auch beteiligen.

Die Bluesbenders sind zurück auf der Bühne und entzünden ein wahres Feuerwerk. Bill Baum und seine Bande, Uwe Placke: Vocals, Harp, Guitar, Jan Laacks: E- Bass und Francis Holzapfel: Drums bringen das komplett gefüllte Zelt in kürzester Zeit zum Überkochen. Für mich (und aus sicherer Quelle auch für andere) der absolute Knaller an diesem Abend ist eine Version von Canned Heat’s Evergreen «On The Road Again» In Erinnerung an alte Hippiezeiten ein „Wahres Haarwuchsmittel“, wie Uwe Placke in der Ansage zum Titel meint, bevor er die Harp ansetzt. Bill Baum versieht den Sound seiner Stratocaster mit einer gehörigen Portion Flanger und lässt in seinem Gitarrensolo die Saiten im Stile der frühen Siebziger schwingen. Klasse, super, toll…Tränen der Begeisterung in den Augen. Einen weiteren Trumpf ziehen die Bluesbenders noch aus dem Ärmel; Mit gebracht haben sie einen alten Bekannten: Mike Becher. Für einige Titel hängt er sich seine Gretsch um. Eine ungeprobter Gastauftritt, der weitere Freude macht. Der in Costa Rica lebende Musiker ist zurzeit in Deutschland, um eine neue CD aufzunehmen. Man darf gespannt sein.



Man sollte die Bluesbenders unbedingt sehen, die Titel sind sauber gespielt, die Show ist super, dank kabelloser Signalübertragung macht Bill Baum Solo spielend Ausflüge durchs Publikum à la Bernard Allison.

Für mich sind sie die Abräumer des Abends und ein Highlight des Festivals.

Sonntagnachmittag

Apropos „Highlight“: Ein Weiteres sind die Juke Joint Pimps. Den erdigen, ungeschliffenen Sound dieses Köln- Bonner Powerpakets und ihre unterhaltsame Show habe ich ja hinlänglich hier beschrieben . Dem ist nichts hinzuzufügen.





Fazit: Das 15. Blues, Schmus & Apfelmus- Festival in Laubach war das Erste für mich. Sicher nicht das Letzte. Viele nette Begegnungen, tolle Musik, feines Ambiente lassen mich auf das nächste Mal gespannt sein. Man sehen, was die Organisatoren dann noch so alles bieten….

Text und Fotos © Tony Mentzel

Tony Joe Gardner
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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel

Blue Bayou Offline



Beiträge: 1.115

31.08.2008 20:12
#2 RE: Blues, Schmus & Apfelmus in Laubach vom 22.08. bis 24.08.2008 antworten
Eine interessante Band, die ich noch erwähnen möchte, und die in dem großen runden, blau/weißen "Zirkuszelt" auftrat, war die „Köstritzer Jazzband”.
Diese bestand aus 4 Musikern plus 1 Sängerin und wurde, so habe ich mir sagen lassen, 1994 auf Initiative der „Köstritzer Schwarzbierbrauerei” gegründet.
Das Repertoire, das geboten wurde, unfasste eine Mischung aus Soul- und Latin-Jazz, unter Verwendung traditioneller Elemente.
Diese Verbindung verlieh der „Köstritzer Jazzband“ einen unverwechselbaren, modernen Sound.

Später sah man dann Tony und Peter (Bluesbär) vor dem Zelt sitzen....

Blue Bayou
Rosie

Rosie`s website:
http://www.roswithageisler.de

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Information is not knowledge. - Knowledge is not wisdom. - Wisdom is not truth. - Truth is not beauty. - Beauty is not Love. - Love is not Music. - MUSIC IS THE BEST.
(* Frank Zappa )

Angefügte Bilder:
köstrotzerjazz2.jpg   Tonypeterhalb.jpg  
White Rose Offline




Beiträge: 35

04.09.2008 16:18
#3 RE: Blues, Schmus & Apfelmus in Laubach vom 22.08. bis 24.08.2008 antworten

Ein Äppelwoi-Fest mit Äppelwoikönigin und Bluesmusik gibt es leider nicht so häufig.
Aber das ist eine super Idee!
Meist gibt es statt Bluesmusik Blasmusik.

White Rose

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