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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Konzertberichte
Gardner Offline




Beiträge: 2.321

02.07.2008 23:59
Larry Miller am 01.07.2008 im Talbahnhof in Eschweiler antworten
Es gibt Konzerte, da möchte man keine Sekunde verpassen und wenn das nicht nur allein für die Musik gilt, sondern auch für die Zwischenansagen, dann ist man sicher bei einem Gig von Larry Miller.

Bevor hier etwas falsch herüber kommt: Der Brite kann absolut etwas auf der Gitarre und gesanglich ist er topfit. Aber bei seinen verbalen Überbrückungen zwischen den Titeln fühlt man sich an selige Monty Python Zeiten erinnert. Dieser britische Humor ist einfach umwerfend, hat mich sich erst einmal an Larry’s Akzent gewöhnt, klappt das mit dem Verständnis auch ganz gut. Schließt man die Augen, möchte man glauben, Michael Palin von den Pythons steht da auf der Bühne. Und vor der Bühne krümmt sich das Publikum vor Lachen. Der Mann bietet etwas fürs Geld. Auf der ganzen Linie.

We did a whole lot of laughing“, gestehe ich Larry nach der Show. Er lacht laut auf und meint: ”That’s not good, you see, because I’m trying to become a serious bluesman.”

Nun, ob ernsthaft oder nicht: Larry versteht sein Handwerk. Er sagt bescheiden von sich, dass er nicht gerade der größte Bluesgitarrist ist, das mag wohl stimmen, denn sein Betätigungsfeld liegt eher im Bluesrock. Über ihn wurde geschrieben er sei der legitime Nachfolger von Rory Gallagher und Alvin Lee. Ich tue mich immer etwas schwer mit solchen Vergleichen. Larry Miller ist einfach Larry Miller. So spielt er Titel querbeet aus seinem Repertoire:«Mr. President», «F.B.I.», «Outlaw Blues», «Back Stabber Blues» oder «Calling All The Angels» (ein Schmelz-dahin-Slow-Blues) , aber auch «All Your Love» von Otis Rush oder als Hommage an Rory Gallagher den Junior Wells Titel «Messin’ With The Kid».

Gesanglich ist Larry Miller ein wahrer Shouter, seine Stimme erinnert mich in ihrer Wucht und im Timbre manchmal an die von Johnny Winter.

Schon der erste Akkord auf der Gibson Les Paul verrät wo es lang geht an diesem Abend. Straighter Rock’n’ Roll mit einer gehörigen Prise Blues. Der Sound ist ok und wieder erleben wir ein Powertrio, das seinem Namen alle Ehre macht. Mel Waters am Ibanez SDGR Bass (Verstärkung überAmpeg- Amp und Boxen) , und einem Drummer, der erst am Vortag angeheuert wurde, da der eigentliche Schlagzeuger, Andy Aust, erkrankt ist. Von dem Ersatzmann weiß ich leider nur, dass er Jack heißt. Ein Bursche von 17/18 Jahren, der aber Stil sicher weiß, was der passende Groove zu jedem Titel ist. Das Drumset ist von Tama.



Zum Equipment: Larry spielt hauptsächlich seine Les Paul, für die Slidetitel hält er etwas ganz Besonderes bereit: eine Vox Star Ranger „mit einem Kopf wie eine Cashew- Nuss und einem Body, den Salvador Dalí abgefahren finden würde“ (Zitat Larry Miller). Ja, dieses Schmuckstück macht etwas her und das nicht nur optisch, sondern auch akustisch. Eine weitere Besonderheit: Larry hat sie mit nur 5 Saiten bestückt. Die tiefe E-Saite nutzt er nicht.

Als er dann so gegen Schluss des Sets die Saiten der Strat anreißt, versteht man den Vergleich mit Rory Gallagher. Ein paar Warm- up Licks in diesem typischen Sound von diesem Musiker da oben auf der Bühne und du bist zu Hause.
Verstärkt wird das Ganze durch einen Marshall JCM 2000 Stack, ein paar Bodentreter (Boss Delay, Ibanez TubeScreamer, Cry Baby Wah- Pedal) sorgen für die Soundvilefalt.

Das gesamte Konzert dauert gute zwei Stunden und ist ein Erlebnis, das ich vielen Menschen gönne. Die etwa 80 in Eschweiler sind sichtbar zufrieden und als dann zur Zugabe noch der «Bullfrog Blues» erklingt, sind alle schier aus dem sprichwörtlichen Häuschen.

In der Pause und nach der Show gibt Larry freundlich Autogramme und hat immer noch einen neuen Scherz auf den Lippen. Mir spricht er einen freundlichen Gruß an die Hörer von Juke Joint Bluesradio ins Mikro. „Keep listening to Juke Joint Bluesradio, it’s the best, ja!“ Dem habe ich nichts entgegen zu setzen.

Ich mache mich auf die etwa 30km Heimweg, lege Larry’s aktuelle CD «Outlaw Blues» ein und habe das beschwingte Gefühl, dass der Weg um einige Kilometer kürzer ist als früher am Abend noch.

Fazit: Wer einen äußerst unterhaltsamen Bluesabend erleben will: Unbedingt nicht verpassen.

Text & Fotos © T. Mentzel

Tony Joe Gardner
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„Ich möchte Leute hören, die sich für bestimmte Sachen interessieren, die sich die Mühe machen, Sachen zu finden, die ich vielleicht sonst nicht hören würde. Die Stücke spielen, weil sie meinen, daß andere Menschen sie einfach hören müssen.“ - Alan Bangs

"A balance between things that you know people will like and things that you think people will like." - John Peel

Gardner Offline




Beiträge: 2.321

11.07.2008 15:00
#2 Larry Miller am 10.07.2008 im Café Iintakt in Aachen antworten
Gestern habe Larry Miller zum zweiten Mal innerhalb von 10 Tagen gesehen. Und zwar in Aachen im Café Intakt. Meinen Eindrücken zum ersten Konzert habe ich nichts hinzuzufügen, außer dass er dieses Mal eine wunderschöne Version des Hendrix Titels «Voodoo Chile» auf seiner Strat geboten hat, die gefühlte zehn Minuten dauerte. Spieltechnisch und soundmäßig perfekt. Ein weiteres Highlight für mich war sein Titel «Yellow Roses», auch hier wieder gefühlvolle, exzellente Gitarrenarbeit.

Mein dringender Aufruf an alle, seht euch diesen Mann und seine Band an. Es lohnt sich auch mehrfach, selbst in kürzester Zeit…

Tony Joe Gardner
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Gardner Offline




Beiträge: 2.321

26.07.2008 15:34
#3 RE: Larry Miller am 10.07.2008 im Café Iintakt in Aachen antworten
Wer noch ein paar Bilder von den Konzerten von Larry Miller sehen möchte:

Fotostrecke Larry Miller im Talbahnhof in Eschweiler

Fotostrecke Larry Miller im Café Intakt in Aachen

Tony Joe Gardner
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